Bundesweiter Aktionstag

Beim Girls’ Day können Mädchen Chemie-Berufe kennenlernen

Rheinfelden. Ein naturwissenschaftlicher Beruf, ist das was für mich? Wer’s wissen will, kann es testen: Beim Girls’ Day am 28. April öffnen viele Firmen ihre Tore. Manchmal funkt es dabei sofort – so etwa beim Textilpflege-Spezialisten CHT Beitlich in Tübingen.

„Letztes Jahr hat bei uns eine Chemielaborantin ihre Ausbildung angefangen, die unser Unternehmen beim Girls’ Day 2012 kennengelernt hat“, berichtet Ausbilder Jürgen Rauh. Auch dieses Jahr ist das Unternehmen wieder am Start.

Einen „abwechslungsreichen Tag“ verspricht der Bauchemie-Hersteller Kiesel in Esslingen. Wie Betriebsleiter Matthias Stradinger verrät, geht es erst in die Produktion und dann ins Labor: „Unsere Auszubildenden zeigen, wie spannend Chemie und Physik in Verbindung mit handwerklichen Tätigkeiten sind“, sagt er. Die Mädchen stellen zum Beispiel Fugenmassen her, prüfen die Farbintensität und fertigen einfache Verklebungen mit frisch hergestellten Belagsklebstoffen an. Stradinger rät: „Wer am Girls’ Day teilnehmen will, sollte sich vorher die Webseite der Unternehmen ansehen, um zu wissen, was die Firmen herstellen.“

Von der Chemikantin bis hin zur Elektronikerin

Dass sich der Besuch lohnt, weiß Chemikatin Simone Pfisterer aus eigener Erfahrung: „Im Internet erfährt man niemals so viel über einen Beruf wie beim Girls’ Day“, sagt sie, „selbst ausprobieren ist viel spannender.“ Beim Materialtechnologie- und Recycling-Konzern Umicore in Rheinfelden stellt die junge Frau in der Prozessentwicklung unter anderem kleine Mengen sogenannter Washcoats her. Das sind hochwirksame Beschichtungen für Autoabgaskatalysatoren.

„Ein bisschen erinnert das ans Kuchenbacken“, findet sie. Nach Rezepten werden verschiedene Stoffe genau abgewogen, gemischt und behandelt. Pfisterer: „Zwischendurch prüfe ich, ob die Zusammensetzung stimmt und schaue, dass die Anlage reibungslos funktioniert.“

Die 21-Jährige, die ganz selbstverständlich klobige Sicherheitsschuhe an den Füßen und glitzernden Nagellack an den Fingern trägt, ist sehr zufrieden mit ihrem Job: „Ich will was mit meinen Händen machen, ein Ergebnis sehen und nicht nur am Schreibtisch sitzen“, erzählt sie. Nun hat sie sich vorgenommen, am Girls’ Day die Mädchen für Naturwissenschaft zu begeistern. Deshalb hat sie sich – zusammen mit Ausbildern und Azubis – einige Experimente für die Schülerinnen ausgedacht. Auf dem Programm steht außerdem ein Rundgang durch das Werk.

„Wir stellen die Ausbildungen zur Chemikantin, Chemielaborantin, Industriemechanikerin und Elektronikerin für Automatisierungstechnik vor“, ergänzt Beate Bayer von der Personalabteilung. „Die Teilnehmerinnen sind immer überrascht, wie vielseitig die Berufe in der Chemie sind.“

Alle Infos unter:

girls-day.de


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