Papa macht mal Pause

Beim Druck- und Spritzguss-Hersteller Hettich bringt Flexibilität Mitarbeitern Vorteile

Frankenberg. Gut geborgen in Papas Armen fühlt sich Elias sichtlich wohl. Vor wenigen Monaten erst hat der Wonneproppen das Licht der Welt erblickt. Sein Vater Mario Tripp machte für ihn vier Wochen Pause vom Job: „Um meine Frau zu unterstützen und um Elias’ Start ins Leben ganz bewusst miterleben zu können“, so der stolze Vater.

Wochenendschicht hilft beim Bewältigen neuer Lebensumstände

Bei seinem Arbeitgeber, dem Druck- und Spritzgusswerk Hettich in Frankenberg, fand Tripp dafür alle Unterstützung. „Kollegen und Führungskräfte machten mir Mut und nahmen mir das schlechte Gewissen, das ich hatte, weil meine Arbeit ja dann von anderen erledigt werden musste“, erzählt Tripp.

Der gelernte Verfahrensmechaniker ist Prozessverantwortlicher in der Dämpfer-Endmontage. Die Fertigung läuft rund um die Uhr. Mit über 6.000 Mitarbeitern weltweit, davon mehr als 3.000 in Deutschland, und 855 Millionen Euro Umsatz im Jahr gehört die Hettich-Gruppe zu den führenden Anbietern von Möbeltechnik.

Im Werk Frankenberg fertigen mehr als 500 Beschäftigte Komponenten für Dämpfungselemente sowie Teile für die Automobil- und die Metall- und Elektro-Industrie.

Mit großer Flexibilität reagiert man bei dem Familienunternehmen auf den Wunsch nach Veränderung, wenn Arbeitszeit und Lebensumstände nicht mehr zueinanderpassen. „In der Regel ist es immer nur eine Frage von Ideen und Organisation, um für Betrieb und Mitarbeiter eine befriedigende Lösung zu finden“, erklärt der kaufmännische Leiter Christoph Sundergeld

So wechselte eine Produktionsmitarbeiterin aus dem Reparaturbetrieb in die Wartung, weil diese Arbeiten besser zu planen sind und das leichter mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist. Eine Kollegin aus der Qualitätssicherung erstellt jetzt zu Hause die Prüfpläne und ist nur noch einen Tag pro Woche im Betrieb.

Neben Heimarbeit gibt es bei Hettich auch hochflexible Schicht- und Teilzeitmodelle. So arbeitet ein Produktionsmitarbeiter nur noch am Wochenende, weil seine Ehefrau pflegebedürftig wurde und ihre Betreuung durch Dritte von Freitag bis Sonntag leichter zu organisieren war.

Auch Mario Tripp kennt diese Wochenendschicht gut. Er nutzte das Angebot, um nach der Lehre wieder zur Schule zu gehen, Abitur und den Techniker zu machen.

Wie er haben hier viele als Azubi angefangen und sich weiterqualifiziert.

Arbeit gibt es genug. Hettich ist gut im Geschäft und in den letzten Jahren stark gewachsen. Allein in Frankenberg wurden seit 2010 rund 100 neue Stellen geschaffen. Ohne qualifizierte Mitarbeiter wäre dieser Erfolg nicht möglich. Sundergeld: „Ihr Wissen und Können brauchen wir, deshalb sind wir kreativ.“


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