RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Reifenproduktion

Bei Michelin betreuen Instandhalter die Anlagen

Elektriker Peter Emerich (53) arbeitet seit 18 Jahren bei Michelin in Bad Kreuznach. Der Instandhalter bildet sich ständig fort, schon wegen der SPS-Steuerung. Hier gibt er Einblicke in seinen Alltag in der Reifenproduktion.

An der Vulkanisationspresse: Der Signalgeber muss eingestellt werden. Foto: Sandro

An der Vulkanisationspresse: Der Signalgeber muss eingestellt werden. Foto: Sandro

Ich bin Peter Emrich, 53 Jahre alt und Instandhalter beim Reifenhersteller Michelin in Bad Kreuznach. Gelernt habe ich Elektriker, vor 18 Jahren bin ich in das Unternehmen gekommen. Hier sorge ich dafür, dass unsere Anlagen laufen – und zwar rund um die Uhr. Mein Arbeitsplatz ist in der „Kochung“, wie wir zur Vulkanisation sagen. Das muss ich kurz erklären:

Ein Reifen muss vulkanisieren. Das ist ein chemischer Prozess, bei dem die Materialien vom plastischen in einen elastischen Zustand übergehen. Dabei verbinden sich die verschiedenen Komponenten des Reifens. Die Vulkanisation erfolgt in speziellen Pressen. Die arbeiten ähnlich wie Schnellkochtöpfe mit Wärme und Druck: Hier bekommen die Reifen ihre Form, ihr Profil und das endgültige Aussehen. Bei uns arbeiten mehr als 1 600 Männer und Frauen am Standort, den es bereits seit 1966 gibt. Wir stellen Pkw-Reifen her, bis heute sind es über 300 Millionen Stück!


Handwerk

Immer griffbereit: Das Spannungsmessgerät. Foto: Sandro
Immer griffbereit: Das Spannungsmessgerät. Foto: Sandro

Das Fließband steht, die Fördereinheit fährt nicht zur Presse, ein Sensor streikt – dann geht meine Arbeit los. Mein Standardwerkzeug wie Schraubenzieher und Schraubenschlüssel habe ich für Routineeingriffe immer dabei. Für die komplizierteren Arbeiten habe ich einen Werkzeugwagen mit Sachen wie Spezialwerkzeugen oder einem Spannungsmessgerät. Und es gibt ein gut gefülltes Ersatzteillager mit Dingen wie Fotozellen, SPS-Karten oder induktiven Näherungsschaltern oder Sensoren. Vor jeder Fehlerbehebung muss man aber erst einmal erkennen, worin das Problem besteht. Das ist meist der kniffligere Part und kann schon einige Zeit dauern.

Präsenz

„Ja, geht klar“: Über das Diensthandy sind die Kollegen schnell erreichbar. Foto: Sandro
„Ja, geht klar“: Über das Diensthandy sind die Kollegen schnell erreichbar. Foto: Sandro

Ohne das Telefon könnte ich meine Arbeit kaum machen. Ich habe ein einfaches Diensthandy, kein Smartphone. Dieses ist an das werkeigene Netz angeschlossen. So kann ich intern überall anrufen und natürlich auch von den Kollegen angerufen werden. Wenn das Telefon klingelt, geht es meist um eine Störung in der Anlage. Ich hingegen rufe zum Beispiel meinen Kollegen an, wenn ich bei der Mechanik Unterstützung benötige.

Schichtarbeit

Ich arbeite drei Schichten in einem Vier-Schicht-System. Das heißt, jede vierte Schicht habe ich frei. Je nach Schicht beginnt meine Arbeit um 6 Uhr früh, um 14 Uhr nachmittags oder um 22 Uhr abends und dauert jeweils acht Stunden. Das gefällt mir, besonders die Spät- und Nachtschicht. Die üblichen Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr jeden Tag, das würde mir nicht gefallen. So ist es abwechslungsreicher.

Weiterbildung

Ohne PC geht nichts mehr: Anlagen programmieren. Foto: Sandro
Ohne PC geht nichts mehr: Anlagen programmieren. Foto: Sandro

Die Technik schreitet voran, ich bilde mich ständig im Unternehmen weiter. Alleine die Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)! Das ist ein Gerät, das wir zur Steuerung oder Regelung unserer Maschinen und Anlagen einsetzen. Es wird auf digitaler Basis programmiert. Früher habe ich viel mehr mit festverdrahteten verbindungsprogrammierten Steuerungen gearbeitet.

Karriere

Immer unterwegs: Mit dem Werkzeugwagen geht es dorthin, wo es klemmt. Foto: Sandro
Immer unterwegs: Mit dem Werkzeugwagen geht es dorthin, wo es klemmt. Foto: Sandro

Da ich als Elektriker angefangen habe, ist mein heutiger Beruf als Instandhalter bereits ein Karriereschritt. Man kann sich auch zum Techniker oder Meister weiterbilden, wie mein junger Kollege das getan hat. Der ist jetzt mein Chef, und ich freue mich, dass er einer von uns ist und unsere Arbeit so gut kennt:

 

Unterstützt von Wir. Hier.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang