Austauschprogramm

Bei Leica: Fachkräfte-Training für mehr Durchblick

Mainz/Wetzlar. „Ich bin froh, dass die beiden Männer aus Portugal hier sind, sie helfen uns enorm.“ Peter Karbe, Optik-Entwicklungschef von Leica Camera in Wetzlar, ist beeindruckt von den Teilnehmern des Austauschprogramms, das zwischen dem Stammhaus in Wetzlar und dem Zweigwerk im Norden Portugals läuft.

Vor einem knappen Jahr kamen Hugo Fernandes und Samuel Ramos nach Mittelhessen, um Land und Leute, vor allem aber die Arbeit in der Zentrale besser kennenzulernen. Inzwischen haben sie schon richtig den Durchblick bekommen und arbeiten als Mittler zwischen den beiden Werken.

Standorte schlau vernetzen

Vor allem beim Anfahren einer neuen Fertigung über Grenzen hinweg gibt es öfter Probleme. „Die meistern wir jetzt ohne Sprachbarrieren“, so Physiker Fernandes, der fließend Deutsch spricht. Dass sie den Sprung in die Fremde gemeinsam wagen konnten, sehen beide als Vorteil: „In der Muttersprache lassen sich Schwierigkeiten schließlich einfacher bewältigen“, sagt Maschinenbau-Ingenieur Ramos. Mit ihm und Hugo Fernandes starteten weitere portugiesische Zweier-Teams in Wetzlar, eins in der Fertigung, eins in der Optik.

„Diese flexible Vernetzung von Standorten ist Trumpf“, betonte Markus Limberger, Vorstand Produktion und Technik von Leica Camera auf dem arbeitswissenschaftlichen Forum der Arbeitgeberverbände M+E-Mitte in Mainz. Rund 250 Entscheider aus Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren dort. Sie informierten sich über Flexibilität als Erfolgsfaktor.

Die Arbeitszeiten flexibel gestalten – das ist immer mehr Arbeitnehmern wichtig

Professor Ralph Bruder, Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt, brachte das so auf den Punkt: „Immer wenn betriebliche Flexibilitätsanforderungen in Übereinstimmung mit den Flexibilitätswünschen der Beschäftigten gebracht werden, bestehen hohe Erfolgsaussichten.“

„Flexibilität ist eine Zweibahnstraße“, waren sich die Referenten des Forums einig. Zum einen wollten immer mehr Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten, zum anderen brauchten das auch die Firmen, um zum Beispiel Auftragsspitzen zu meistern.

Zentrale Erkenntnis des Forums: Neben einem von Innovationen getriebenen Produktivitätsfortschritt braucht die Branche vor allem Flexibilität, um konkurrenzfähig zu bleiben und Beschäftigung zu sichern.

Beweglich sind auch Fernandes und Ramos. Anders als geplant möchten sie in Deutschland bleiben. Entwicklungschef Peter Karbe reagiert auf ihren Wunsch ebenfalls flexibel: „Vermitteln zwischen den Werken können sie auch von Wetzlar aus.“


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