Große Vielfalt

Bei Herlac entstehen Speziallacke für Holz

Rühren, bis es passt: Nino Koch nimmt Proben aus dem Fasslack-Bottich. Foto: Sturm

Coswig. Das Rührwerk legt ein ziemliches Tempo vor, trotzdem schwappt nichts aus dem Bottich. Wann die Farbe fertig ist, entscheidet das Ergebnis der Probe fürs Labor, die Nino Koch gerade aus dem Kessel nimmt.

„Der blaue Wasserbasis-Lack ist für den Außenanstrich von Fässern“, erläutert der Chemikant der Herlac Lackfabrik im sächsischen Coswig. Die Farbe trocknet schnell. Das Fassblau ist aber nur eines von zahlreichen Produkten des Werks, das seit 2015 komplett zur bayerischen Mipa-Gruppe gehört.

Die 65 Beschäftigten des Betriebs, dessen Geschichte 1833 beginnt, produzieren vor allem für Holzverarbeiter eine enorme Vielfalt von Lacken und Beizen. Die sind bei Möbelherstellern besonders gefragt.

Wie lange ein Lack trocknet, ist genau berechnet

„Wir brauchen eine große Produktspanne“, erklärt der Geschäftsführer Stefan Gramm, der vor zwei Jahren aus der Forschung in das Unternehmen wechselte. „Je nach Holzart, Verarbeitungsweise und Tempo der Produktion verlangen die Hersteller die unterschiedlichsten Eigenschaften.“

Zum Beispiel Variationen bei der Trocknungszeit. Diese und andere Parameter, etwa der Farbton, müssen bei jeder Charge gleich sein.

Herlac ist bei Holzlacken und -beizen mittlerweile das Entwicklungszentrum der Mutterfirma. „Wir kreieren im Technikum gemeinsam mit Möbelherstellern neue Produkte und veranstalten auch Schulungen“, sagt Gramm. Ein weiteres Standbein ist die Entwicklung und Produktion von UV-Lacken, die durch energiereiches ultraviolettes Licht härten.

Letztes Jahr produzierte der Betrieb 3.000 Tonnen Lacke. Das Unternehmen wächst: „In den kommenden Jahren wird weiter investiert und modernisiert“, verspricht Gramm.


Schon gewusst?

Foto: Sturm
Foto: Sturm

So härtet UV-Lack

  • UV-Möbellack wird mit einer Walzenauftragsmaschine (Foto) auf das Holz gebracht und anschließend sofort gehärtet.
  • Das geschieht anders als bei allen anderen Lacken durch eine chemische Reaktion: Energiereiches ultraviolettes Licht (UV) mit Wellenlängen von 200 bis 480 Nanometern setzt eine Polymerisation in Gang – die Moleküle vernetzen sich zu langen Ketten.
  • Dabei bleibt die Schichtdicke der aufgetragenen Farbe exakt erhalten.

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Schlagwörter: Chemie Produktion

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