„Es muss perfekt passen“

Bei Freudenberg Performance Materials: Wie Vliesstoffe für die Modewelt getestet werden

Weinheim. Schneiderpuppen mit abgesteckten Kleidungsstücken, Scheren und Stecknadeln zuhauf, heißer Dampf durchwabert die Luft, Bügeleisen zischen leise: Hier schwingt Nadine Söllradl (25) die Nadel. Wir sind, man glaubt es kaum, mitten in der Industrie. Genauer: im anwendungstechnischen Studio der Freudenberg-Geschäftsgruppe Performance Materials in Weinheim (Baden-Württemberg).

Hier werden für Designer wie Louis Vuitton und andere Größen der Modewelt Einlagestoffe getestet und hergestellt. „Diese Vliesmaterialien tragen zur optimalen Passform des Stoffes von Blazern, Hosen und anderen Kleidungsstücken bei“, erklärt Söllradl. Sie bringt mit dem Vlies das Kleidungsstück in die jeweils nötige Form. Und kann das erwiesenermaßen wie keine Zweite im Rhein-Neckar-Kreis: Mit Einserdurchschnitt, als Beste ihres Jahrgangs, hat sie ihren Abschluss als Modeschneiderin gemacht.

Ihr bislang schönstes Erlebnis? „Mein Einsatz hinter der Bühne bei der Insights-Modenschau für unsere internationalen Kunden“, so Söllradl. „Die Atmosphäre war großartig. Die Models umziehen, etwas abstecken – es gab jede Menge zu tun. Die selbst genähten Modelle auf dem Laufsteg zu sehen und die Reaktion der Kunden beobachten zu können, das war toll.“

Drei Jahre lernte sie, wie man Stoffe zuschneidet, ein Revers mit der Hand näht oder mit der Nähmaschine arbeitet. „Am Anfang war das Nähen von Hand schwer für mich. Das Kleidungsstück muss ja perfekt passen und auf den Millimeter genau gearbeitet sein. Oft musste ich alles wieder auftrennen und neu beginnen.“

Doch Übung macht den Meister. Und mit der Zeit erwirbt man ein genaues Augenmaß. „Die Unterstützung meiner Chefin Ulrike Winkler war sehr wichtig“, sagt Söllradl. „Sie hat mich immer wieder motiviert, mir Tricks und Kniffe beigebracht.“

Die Ansprüche an die Einlage sind sehr hoch: Kleidungsstücke sollen figurbetont und trotzdem bequem sein. Freudenberg hat genau dafür spezielle in Längs- und Querrichtung elastische Vlies-Stoffe entwickelt – die auch den Anforderungen an Haltbarkeit gerecht werden. Kleidungsstücke durchlaufen bis zu 20 verschiedene Prozesse wie Bedrucken, Färben und Bleichen, bevor sie in den Laden kommen. Die Einlagen müssen für viele Oberstoffe einsetzbar sein, gut haften und Hitze sowie Kälte aushalten, ohne sich zu verformen.

Ob klassisches Handwerk oder Arbeiten mit Spezialmaschinen: „Die Mischung macht den Reiz aus“, schwärmt Söllradl von ihrem Job. „Die Arbeit ist kreativ und abwechslungsreich. Und oft wird während des Nähens noch ein Schnitt verändert.“


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