Präzision in Serie

Bei diesen Technologie-Tüftlern sind Fehler nicht erlaubt


Dransfeld. Ivan Prenc öffnet die Haube des Prüfgeräts und entnimmt ihm einen Beutel mit erbsengroßen Metallkügelchen. „Alle in Ordnung“, freut sich der Leiter Qualitätssicherung der Ferdinand Täfler GmbH & Co. KG.
Eine hochauflösende Kamera hat jede einzelne Kugel gecheckt.

Abweichungen im Mikrometer-Bereich hätten genügt – und sie wäre in den Schrott gewandert. „Fehler können wir uns auf keinen Fall leisten“, betont Qualitätsexperte Prenc. Die sogenannten Kugelbuchsen werden in Kraftstoffzuführungen moderner Automotoren eingesetzt, sind hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt.

Erfolgreich als Technologieführer

Nicht alle der etwa 2.500 verschiedenen Produkte, die Täfler in Dransfeld (bei Göttingen) fertigt, werden so aufwendig geprüft. Doch Qualität ist überall Programm. „Unser Bestreben ist, sie zu produzieren, nicht zu erprüfen“, sagt Pascal Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der baden-württembergischen Leipold Gruppe, zu der Täfler seit dem Jahr 2000 gehört. Das Ziel, auf eine Million Komponenten maximal zwei bis vier fehlerhafte Teile zu haben, erreichen die Dreher fast in jeder Produktgruppe.

Präzision und Zuverlässigkeit – das verlangen mehr als 400 Kunden der Leipold-Gruppe Tag für Tag. Sie kommen aus der Elektrik, der Industrie- und Haustechnik, dem Automotive-Bereich und der Medizintechnik. Neben Präzisionsteilen für Kraftstoffzuführungen baut man Module für Sensoren, Einzelteile für elektronische Steuergeräte, Schweißdüsen, bleifreie Messingteile für Armaturen, Steckverbindungen und vieles mehr. Bei einigen Produkten ist Leipold sogar Weltmarktführer.

Wie geht das, wenn ein mittelständisches Familienunternehmen wie Leipold am Hochlohn-Standort D arbeitet? „Nur als Technologieführer können wir uns vom Wettbewerb abheben“, sagt Schiefer.

Entwicklung zum „Systempartner“

Die Tochter Täfler ist vor allem in Nischen stark, mit höchster Produktqualität. „Dazu brauchen wir bestes Material, exzellente Werkzeug- und Maschinentechnik, gute Dienstleister – und vor allem qualifizierte und motivierte Mitarbeiter“, erklärt Schiefer. „Diese Kombination gibt es fast nur in Deutschland.“

Die Leipold Gruppe setzt auf flache Hierarchien und schlanke Prozesse. Und auf Innovation: Das Werk Dransfeld etwa verarbeitet Stähle, die vor Jahren als nicht zerspanbar galten. Zudem entwickelt man sich immer mehr zum Systempartner der Kunden. „Früher haben wir eine Zeichnung erhalten und bloß danach produziert“, erläutert Schiefer. „Heute sind wir mit unserem Kunden schon im Stadium der Entwicklung in der Diskussion, ob ein Bauteil anders günstiger oder besser hergestellt werden kann.“

Trotz oder gerade wegen des stetigen Wandels halten die Mitarbeiter dem Werk Dransfeld die Treue; die Fluktuation ist gering. Die Ausbildungsquote liegt seit Jahren über 10 Prozent. Und der Umweltschutz genießt hohen Stellenwert: Ein neues Konzept der Wärmerückgewinnung und -speicherung hat 2011 den Gasverbrauch und die entsprechenden CO2-Emissionen um ein Viertel reduziert.

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Info: Täfler und die Leipold Gruppe

Die Ferdinand Täfler GmbH & Co. KG ist seit 2000 Teil der Leipold Gruppe mit Hauptsitz in Wolfach im Schwarzwald. 1921 in Thüringen gegründet und seit 1954 in Dransfeld bei Göttingen ansässig, gehört Täfler zu den ältesten industriellen Drehereien in Deutschland – ebenso wie die 1919 gegründete Carl Leipold Metallwarenfabrik GmbH. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erzielte die Leipold Gruppe mit 400 Mitarbeitern 70 Millionen Euro Umsatz.

www.leipold.com

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