Papierverarbeitung

Bei der Mediengruppe Schaffrath bekommt jede Beilage exakt den richtigen Platz

Hier passt alles zusammen: Mit ausgeklügelter Technik ordnet das Familienunternehmen Flyer und Broschüren in Magazine und Zeitschriften. Der Clou: Die Einleger sind auf die Interessen der Abonnenten abgestimmt.

Bedienung: Maschinenführer Norbert Müller zeigt, wie Flyer in eine Zeitschrift eingelegt werden. Foto: Straßmeier

Bedienung: Maschinenführer Norbert Müller zeigt, wie Flyer in eine Zeitschrift eingelegt werden. Foto: Straßmeier

Foto: Straßmeier

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Kontrolle: Maschinenführer Tim van Esch achtet auf einen reibungslosen Ablauf. Foto: Straßmeier

Kontrolle: Maschinenführer Tim van Esch achtet auf einen reibungslosen Ablauf. Foto: Straßmeier

Justierung: Azubi Ann-Christine Gerritzen stellt eine Bindemaschine ein. Foto: Straßmeier

Justierung: Azubi Ann-Christine Gerritzen stellt eine Bindemaschine ein. Foto: Straßmeier

„Wir beherrschen dieses Puzzlespiel perfekt.“ Hans Schmetter, Leiter schaffrath concept. Foto: Straßmeier

„Wir beherrschen dieses Puzzlespiel perfekt.“ Hans Schmetter, Leiter schaffrath concept. Foto: Straßmeier

Geldern. Mit hohem Tempo huschen Zeitschriften an Norbert Müller vorbei. In der Anlage, die der Mitarbeiter bedient, wird jedes Exemplar maschinell kurz aufgeklappt, und eine Beilage wird eingeschoben. Über einen Code auf dem Adressfeld erkennt die Maschine, welcher Flyer in welches Heft soll – und sortiert die Beilagen entsprechend individuell zu.

„Das ist manchmal ein wirklich kniffliges Puzzlespiel. Aber wir beherrschen es perfekt“, sagt Hans Schmetter, Leiter von schaffrath concept in Geldern am Niederrhein. Diese Firma mit 80 Mitarbeitern ist Teil der Schaffrath Medien-Gruppe, die letztes Jahr mit insgesamt 210 Mitarbeitern rund 35 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Seit Anfang 2017 gehört die Gruppe nach dem Ausscheiden von zwei Mitgesellschaftern wieder zu 100 Prozent der Familie Schaffrath. Das kommt in Geldern gut an, der Name hat hier eine lange Tradition: Der Betrieb geht zurück auf eine 1743 gegründete „Lettern- und Buchdruckerey“, die Nicolaus Schaffrath 1770 übernahm.

Heutzutage werden hier rund um die Uhr Zeitschriften, Magazine und Kataloge produziert. Die Palette reicht dabei vom Fachblatt für Erdbeer- und Spargelbauer oder auch für Materialfluss und Logistik bis zu „PC-Welt“ und „Deutsches Ärzteblatt“.

Die meisten Hefte werden also für bestimmte Interessengruppen und Fachgebiete produziert. „Solche Zeitschriften und Magazine haben auch in Zeiten des Internets eine Zukunft“, davon ist Schmetter überzeugt. Bei Schaffrath hat man sich deshalb ganz auf diese Schiene spezialisiert.

Kunden sind Verlagshäuser aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie können ihren Lesern durch die Beilagen gezielt Zusatzinformationen bieten: In Sportkatalogen liegen Flyer, die für ein Sportereignis werben, in einer Bauzeitschrift findet sich eine separate Kongress-Einladung – und so fort. „Anhand der Informationen, die den Verlagshäusern über ihre Abonnenten vorliegen, kann man die Beilagen individuell auswählen“, erklärt Schmetter. So finden weibliche Adressaten statt einer Hemdenwerbung einen Flyer für Damenblusen. Auf regionale Veranstaltungen kann man hinweisen, indem man nur bestimmte Postleitzahlgebiete auswählt.

„Wir können inzwischen in einer Produktionslinie bis zu sieben Leserzielgruppen eine spezifische Beilage zuschicken. Das schont, anders als beim Gießkannenprinzip, den Geldbeutel unserer Kunden, weil weniger Material ungelesen weggeworfen wird“, so Schmetter.

Job-Garantie für die Belegschaft

Um den Betrieb zukunftssicher aufzustellen, wechselte schaffrath concept kürzlich – im Einvernehmen mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat – zum Tarif der Papier- und Kunststoffverarbeitung. Die Mitarbeiter in der Buchbinderei und im Versand nahmen etwas weniger Gehalt in Kauf, erhielten aber im Gegenzug eine Job-Garantie bis 2020.

„Die Einbußen sind ein Tausch für die Sicherung des Standorts“, sagt dazu etwa Maschinenführer Tim van Esch, „und die Arbeit hier macht einfach Spaß.“ Schmetter zieht eine erste, positive Bilanz: „Wir blicken wieder optimistisch in die Zukunft, haben bereits neue Mitarbeiter eingestellt – und werden weiter investieren.“


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