Frauen in der Industrie

Bei der Jobwahl ist Spaß der Schlüssel zum Erfolg

Frauensache: In den Betrieben packen Chemikantinnen kräftig mit an. Foto: Provadis

Bielefeld. Frauen sind schöngeistig und familienorientiert, Männer technikbegeistert und scharf auf Karriere? Bei der Berufswahl sind Vorurteile schnell bei der Hand: „Diese Stereotype greifen nicht mehr“, sagt Lore Funk. Die Referentin des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld fand in einer Studie heraus, was die jungen Leute wirklich wollen: „In erster Linie soll der Beruf Spaß machen!“

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Wenka Wentzel wertete die Expertin die Aussagen Tausender Mädchen aus, die jedes Jahr am Girls’ Day teilnehmen.

Die bundesweite Aktion will weiblichen Nachwuchs für naturwissenschaftliche Berufe begeistern. Schon heute klagen viele Unternehmen über Fachkräftemangel in den technischen Berufszweigen, Tendenz steigend. Funk: „Wenn Mädchen diese Tätigkeiten positiv erleben: ‚Hey, ich kann das, es macht mir Spaß!‘ – dann ist ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Freude am späteren Beruf sei die „mit Abstand stärkste Leitorientierung für die berufliche Zukunft“, unterstreicht Funk. Was aber reizt junge Frauen noch an Jobs, die sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – befassen? „Sicherheit im Job, gute Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen“, bringt es die Expertin auf den Punkt.

Da unterscheiden sie sich nicht von den Männern: „Die Geschlechterrollen sind nicht starr“, stellt Funk klar. „Es handelt sich immer um individuelle Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen!“

Die Bemühungen tragen langsam Früchte: Absolvierten 1995 nur 15,6 Prozent weibliche Azubis einen „typischen Männerberuf“, waren es 2011 immerhin 19,2 Prozent. Gestiegen ist auch der Frauenanteil in akademischen MINT-Fächern: Die Studienfächer Mathematik, Biologie, Pharmazie oder Chemie gelten längst nicht mehr als Männerdomäne.

„Zahlenmäßig sind Frauen in einigen MINT-Berufen noch eine Minderheit“, bedauert Funk. „Sie bekommen deshalb häufig einen Sonderstatus zugesprochen!“ Den wollen sie nicht. Funk: „Die beruflichen Wünsche der MINT-affinen Mädchen sind nicht exotisch. Die jungen Frauen sind genau wie alle Mädchen!“


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