Rekord am Hockenheimring

Bei der Formula Student testen 115 Teams ihre selbst gebauten Rennautos


Hockenheim/Braunschweig. Der Start kann für das Lions Racing Team kaum ungünstiger sein: Bei der mechanischen Inspektion ihres Rennwagens bricht die Lenkung. Kurzer Moment der Verzweiflung, dann die Rettung: Die Wettbewerber aus Delft in Holland stellen dem Team der Technischen Universität Braunschweig ihre Drehbank zur Verfügung. „Wir konnten den Schaden über Nacht beheben“, berichtet Teamleiter Florian Bremersmann.

Hockenheimring, Anfang August: Zum Finale des studentischen Konstruktionswettbewerbs „Formula Student Germany“ gehen 115 Teams mit 3.000 Nachwuchsingenieuren aus aller Welt an den Start. Ein neuer Teilnahme-Rekord. Es sind kollegiale Momente wie diese, die den Wettbewerb ausmachen. „Das Miteinander, das Voneinander-Lernen sind wichtiger als der Fakt, dass man gegeneinander antritt“, so Bremersmann, ein angehender Maschinenbauer.

Fähigkeit zur Arbeit im Team – genau das zählt bei Ingenieuren

Der Wettbewerb, zum achten Mal ausgerichtet vom Verein Deutscher Ingenieure, fasziniert mehr denn je. Über Monate haben die Teams – mit Hilfe aus der Industrie – einen Rennwagen konstruiert (AKTIV berichtete). Die 50 Braunschweiger „Löwen“ haben sich zum zweiten Mal an ein Elektrofahrzeug herangewagt. „Nachdem wir 2012 Probleme hatten und nicht starten konnten, haben wir unsen selbst entwickelten Akku und das Getriebe optimiert“, berichtet Bremersmann.

Am Ende wird das Lions Racing Team mit Platz 19 belohnt. „Wir wollten in die Top 20, das haben wir geschafft“, zeigt sich Bremersmann zufrieden.

Formula Student verlangt den Teilnehmern einiges ab, sagt Werner Fricke, Sprecher des Arbeitgeberverbands der Deutschen Kautschukindustrie, der die Truppe unterstützt hat. „Breites Wissen, Fähigkeit zur Teamarbeit, Ideenreichtum, viel Engagement – genau das brauchen Ingenieure im Beruf.“ Deshalb sei der Wettbewerb für Betriebe optimal geeignet, um Nachwuchs zu gewinnen.

Er ist auch für die angehenden Ingenieure eine Chance: Sie können Erfahrungen im Projektmanagement sammeln und Kontakte knüpfen. „Viele Unternehmen haben uns Know-how und Produkte zur Verfügung gestellt“, so Bremersmann. Bald steht seine Bachelorarbeit an, er will sie gern in der Industrie schreiben. „Unsere Sponsoren sind da gute Ansprechpartner.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang