Spielerisch Technik erleben

Bei den „Science Days“ im Europa-Park Rust sprechen Firmen Schüler an

Rust. Ganz konzentriert setzt Ali den Schraubenzieher an, um die winzige Schraube in sein Bluelight zu drehen. Gemeinsam mit Klassenkamerad Simon hat der Viertklässler die kleine Taschenlampe an mehreren Stationen am Stand der Freiburger Gruppe des Arbeitgeberverbands Südwestmetall zusammengebaut, Blech ausgestanzt, Kabel angelötet und die Einzelteile zusammengesetzt.

Mitmachen, Technik und Wissenschaft selbst erfahren, steht bei den „Science Days“ seit jeher im Mittelpunkt, so auch bei der 15. Ausgabe. Das zieht jedes Jahr bis zu 25.000 Besucher in den Europa-Park Rust bei Freiburg.

Viele Firmen aus der baden-württembergischen Metall- und Elektro-Industrie nutzen die Science Days, um Schüler für technische Berufe zu begeistern. Auch renommierte mittelständische Unternehmen spüren abnehmendes Interesse an Ausbildungen wie Mechatroniker oder Elektroniker. Für zwölf Lehrstellen habe man in diesem Jahr nur 30 Bewerbungen bekommen, erzählt Ausbilder Gerrit Rauschkolb am Stand des Messtechnik-Herstellers Endress + Hauser. Das ist ein Bruchteil früherer Jahre.

Azubis der Unternehmen betreuen die Schüler und bereiten den Messeauftritt vor

Anziehend auf Schüler und Jugendliche wirken viele Stände auf jeden Fall – wie der Andrang und die Reaktionen zeigen. Denn die Betriebe haben sich vieles einfallen lassen: Neben Bastelangeboten, wie etwa bei der Firma Festo, wo die jungen Besucher eine pneumatische Anlage selbst zusammenbauen können, gibt es auch Spiele, die für das Thema der diesjährigenWissenschaftsausstellung „Faszination Licht“ entwickelt wurden.

„Mirror Maze“ vom Sensorspezialisten Sick aus Waldkirch ist so eines. In einem Glaskasten müssen die Spieler über einen Spiegel den Laserstrahl auf Umwegen ins Ziel lenken. Entwickelt und gebaut haben es Azubis des Unternehmens, wie der angehende Fachinformatiker Noah Nöthling erzählt. Auch die Vorbereitung des Messeauftritts und die Betreuung der Besucher übernehmen häufig die Azubis.

Für die Betriebe hat das gleich mehrere Vorteile: Die Azubis tun sich leichter, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen als viele Erwachsene, können von ihren eigenen Erfahrungen in der Ausbildung erzählen und üben sich in Projektarbeit.

Und sie sehen die vermeintliche Technik-Aversion der Schüler gelassener als die Älteren. „Viele Kinder stellen sich ganz geschickt an“, meint Werkzeugmechaniker Simon Huber, der am Südwestmetall-Stand Ali und Simon zur Seite steht.


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