Nachwuchskräfte

Begeisterung färbt ab


Ein Azubi von Burgmaier wirbt für Metallberufe

Allmendingen. Azubi Silvan Betz kann sich noch erinnern, wie er als Schüler das InfoMobil inspizierte. Heute, ein paar Jahre später, steht er selbst in der Mitte des riesigen Busses, der an Schulen Halt macht, umringt von Neuntklässlern aus Allmendingen. Und fragt in die Runde: „Weiß jemand, was Geschwindigkeit auf Englisch heißt?“

Ein leises Murmeln: „Speed?“ Genau! Den Buchstaben S braucht man zum Programmieren der Fräsmaschine. Ein Schüler darf eingeben: „S 1700“. Silvan Betz: „Das sind die Umdrehungen pro Minute.“ Noch ein paar Eingaben, und die Maschine legt los. Sie fräst eine Neun in einen Aluminiumwürfel.

Manche wollen mehr: Ein Praktikum!

Silvan Betz findet super, dass seine Begeisterung abfärbt. „Vorhin hat eine Schülerin erst gesagt, dass sie auf keinen Fall in einen Metallberuf will“, sagt er. „Hinterher hat sie sich für ein Praktikum interessiert.“

Der 18-Jährige selbst hat seinen Traumberuf gefunden: Zerspanungsmechaniker. Die Lehre macht er bei Burgmaier Metalltechnik im gleichen Ort. 300 Leute produzieren dort Präzisionsdrehteile für die Auto-Industrie. „Wenn man ein kompliziertes Drehteil herstellt, muss man viele kleine Probleme lösen“, sagt Betz. „Und das macht Spaß.“

Im InfoMobil ist auch der Ausbildungsleiter des Unternehmens, Siegfried Kraiss. „Silvan macht das super“, flüstert er, um die Vorführung nicht zu stören. „Und für die Schüler ist die Hemmschwelle niedriger, wenn ein Azubi vorne steht.“

Die Grund-, Haupt- und Werkrealschule Allmendingen pflegt mit dem Betrieb eine Partnerschaft. Man sieht sich nicht nur im InfoMobil: Ständig gehen bei Burgmaier Praktikanten und Klassen ein und aus. So bekommt der Ausbildungsleiter immer genügend Nachwuchs.

Die Zukunftsaussichten sind bestens

Auch Betz war als Realschüler Praktikant in dem Betrieb. „Da habe ich gemerkt, dass ich mit Maschinen zu tun haben will“, erzählt er. „Und es hat mich beeindruckt, dass alle Anlagen computergesteuert sind.“

Jetzt ist er im dritten Lehrjahr. Wegen guter Noten kann er die Lehre um sechs Monate verkürzen. Zukunftssorgen kennt er nicht: „Zerspaner werden immer gesucht, und bei uns sind die Chancen auf Übernahme super.“

Sein Chef freut sich, dass der angehende Zerspanungsmechaniker bei den Schülern etwas bewegen konnte. Einige haben Interesse an einem Praktikum – jeder ist willkommen. Bei der Auswahl der Azubis ist Kraiss schon kritischer. „Es kommt nicht nur auf die Noten an“, sagt er. „Sondern zum Beispiel auch auf Teamfähigkeit. Am wichtigsten aber ist Interesse.“

Übrigens ...

Das steckt im InfoMobil

Die Metall- und Elektro-Industrie schickt schon seit 23 Jahren InfoMobile durch die ganze Republik. Die 17,5 Meter langen Gelenkbusse haben unter an­derem zwei computergesteuerte Werkzeugmaschinen, eine komplette Minifabrik und Multimedia-Terminals an Bord. Die Berater lassen nicht nur Späne fliegen, sondern zeigen den Besuchern auch die Berufsmöglichkeiten

in der Branche auf.

 

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