Bleichmittel

Begehrter Hilfsstoff in Papierfabriken


Arkema Leuna produziert Wasserstoffperoxid

Leuna. Hin und wieder packt Kurt Pallokat in diesen Tagen die Wehmut. Seit dem Start vor 15 Jahren leitet der Chemiker bei Arkema Leuna die Herstellung von Wasserstoffperoxid. Ende des Jahres geht er in den Ruhestand. „Abschied nehmen fällt schwer“, gibt Pallokat zu.

1995 gehörte er zum Team der ersten Stunde, das das Werk zur Produktion des in vielen Industriezweigen begehrten Stoffs plante. Pallokat stellte erste Beschäftigte mit ein und war beim Einfahren der Anlagen dabei.

„Eines ist sicher“, sagt Werkleiter Steffen Schaffarczyk: „Er hinterlässt ein gut bestelltes Feld.“ Das Produktionsvermögen des Werks sei fast ausgereizt. Alle Prozesse laufen wie am Schnürchen. Das sei aber „das Verdienst aller 40 Kollegen im Anlagen-Team“, macht Pallokat deutlich.

Seit mehr als 3.700 Tagen unfallfrei

Und so wurde Pallokats letztes Jahr bei Arkema Leuna ein Rekord: Im vergangenen Jahr stellte das Werk erstmals mehr als 40.000 Tonnen Wasserstoffperoxid her. Und seit mehr als 3.700 Arbeitstagen ist es unfallfrei.

Das Geschäft brummt. „Wasserstoffperoxid aus Leuna geht vor allem in die Papierherstellung, wo es zum Bleichen genutzt wird“, sagt Pallokat. Pharmazie-, Lebensmittel- und Elektronik-Firmen benötigen es zum Reinigen und Desinfizieren.

Wasserstoffperoxid besteht aus Wasser- und Sauerstoff. Bringt man die direkt zusammen, entsteht gefährliches Knallgas. „Wir verwenden in unserem Prozess ein spezielles Molekül, um die Stoffe gefahrlos zu verbinden“, erklärt Pallokat.

Seine Erfahrung aus 37 Berufsjahren gibt Pallokat derzeit an Nachfolger Fred Sey­farth weiter. Mit dem Werkleiter erarbeitet er eine Aufgabenliste für das Werk, einen von 80 Standorten des Chemie-Konzerns Arkema (14.000 Mitarbeiter). Damit der Produktionsrekord von 2011 nicht der letzte war.

 

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