Befristung

Befristete Jobs sind die Ausnahme

Wolfgang Niemsch Präsident des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall

Obwohl unsere Industrie von Auftragsschwankungen geprägt ist, ist in neun von zehn Fällen das unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis die Regel. Trotzdem werden auch die befristeten Verträge ein wichtiges Mittel bleiben, um den Unternehmen ein Mindestmaß flexibler Personalplanung nach Auftragslage und Auslastung zu ermöglichen.

Für Unternehmen kann es ein entscheidendes Einstellungskriterium sein, ob man einem Bewerber, über dessen Qualifikationen man sich noch nicht ganz sicher ist, und bei dem man auch noch nicht weiß, ob menschlich die Chemie stimmt, zunächst eine befristete Stelle anbieten kann.

Befristete Verträge unterliegen klaren gesetzlichen Einschränkungen, die wirkungsvoll verhindern, dass damit Schindluder betrieben wird. Sie helfen häufig auch den Mitarbeitern, etwa im Rahmen der Mutterschaftsvertretung. Sie sind auch erforderlich, wenn ein Unternehmen zum Beispiel einen Großauftrag erhält, den es in kurzer Zeit erfüllen muss, bevor die Produktion dann wieder auf Normalmaß zurückgeht.

Wir erinnern uns noch an die Krise 2008/2009 – für die Metall- und Elektro-Industrie der tiefste Einbruch in der Nachkriegszeit. Als im Frühjahr 2010 wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen war, wusste man noch nicht, ob das Bestand haben würde. Also haben Unternehmen zunächst befristete Stammarbeitsplätze aufgebaut. Der Aufschwung ging weiter – und viele dieser Mitarbeiter haben inzwischen längst einen unbefristeten Vertrag.


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Schlagwörter: Arbeitsmarkt

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