Stabile Stromversorgung

Bayerische Unternehmen haben die richtigen Lösungen für die Energiewende


Für stabile Stromspannung: Stufenschalter der Maschinenfabrik Reinhausen und Mitarbeiter Florian Winzinger. Foto: Weigel
Für stabile Stromspannung: Stufenschalter der Maschinenfabrik Reinhausen und Mitarbeiter Florian Winzinger. Foto: Weigel

Regensburg/München/Lohr. Der Wind bläst manchmal besonders stark, die Sonne strahlt ab und zu sehr intensiv. Für den Ausbau erneuerbarer Energien hat das Folgen: Die Spannung in den Stromnetzen schwankt. Eine Lösung für dieses Problem hat die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) in Regensburg.

Weltmarktführer in der Regel-Elektronik

Denn das Unternehmen stattet sogenannte Ortsnetz- Transformatoren mit regelbarer Technik aus. Die Spannung bleibt so stets konstant – dank wartungsfreier Bauteile aus Regensburg: Laststufen-Schalter, Regler, Sensoren. Alles in platzsparender Größe, damit normale Trafo-Stationen nachgerüstet werden können.

Seit einem Jahr ist die Lösung auf dem Markt. Bisher seien mehr als 200 Transformatoren damit ausgestattet worden, die meisten in Deutschland, berichtet Dr. Manuel Sojer, der für die Geschäftsfeld-Entwicklung verantwortliche Manager von MR. „Die Alternative wäre viel teurer und aufwendiger: zusätzliche Kabel und Leitungen verlegen und mehr Netzstationen installieren.“

Bayerische Metall- und Elektro- Betriebe haben eine Vielzahl innovativer Produkte im Programm, um Energie zu erzeugen, zu übertragen oder zu verteilen. An der Technik liegt es also nicht, dass die Energiewende in Deutschland nur schleppend vorankommt.

Und made in Germany ist nicht nur hierzulande gefragt. So ist die Maschinenfabrik Reinhausen mit 2.800 Mitarbeitern Weltmarktführer auf dem Gebiet der Laststufen-Schalter und Regel-Elektronik für Hoch- und Höchstspannungsnetze. „Mehr als die Hälfte des weltweiten Stromverbrauchs wird mit Produkten von uns geregelt“, sagt Sojer.

Für grünen Strom: Das Wasserkraftwerk Isar 1 der Münchner Stadtwerke. Foto: Stadtwerke München
Für grünen Strom: Das Wasserkraftwerk Isar 1 der Münchner Stadtwerke. Foto: Stadtwerke München

Der Siemens-Konzern mit Hauptsitz in München gehört in der gesamten Energietechnik zu den größten Anbietern der Welt. Die Palette reicht von Dienstleistungen bis zu riesigen, besonders effizienten Gasturbinen und schlüsselfertigen Kraftwerken.

Ein wachsendes Feld stellt die Aufgabe dar, kleinere Anlagen zur Stromerzeugung zu bündeln. So entsteht ein künstliches oder virtuelles Kraftwerk – zum Beispiel das von den Stadtwerken München. Sie betreiben seit knapp zwei Jahren einen solchen Verbund: Mehrere Blockheizkraftwerke, fünf Wasserkraft- und eine Windkraftanlage sind zusammengeschaltet.

Von Siemens stammt die Software für das Energiemanagement und die Automatisierungstechnik. Daten aus dem Stromnetz werden dauernd an eine Leitstelle übertragen. So lassen sich die angeschlossenen Anlagen immer abgestimmt auf das Wetter und den Energiebedarf steuern. „Virtuelle Kraftwerke tragen dazu bei, erneuerbare Energien mit Erfolg einzubinden“, sagt Jan Mrosik, der Chef der Siemens-Division Smart Grid (intelligente Netze). „Solche Kraftwerke werden im Hinblick auf die Energiewende an Bedeutung gewinnen.“

Für die Windkraft: Ein Getriebe von Bosch Rexroth im Prüfstand. Foto: Werk
Für die Windkraft: Ein Getriebe von Bosch Rexroth im Prüfstand. Foto: Werk

Als Spezialist für Antriebs- und Steuerungstechnik produziert Bosch Rexroth in Lohr (Unterfranken) unter anderem Getriebe für Windenergie-Anlagen. Leistungsstark, zuverlässig und sicher müssen diese Getriebe sein.

Zusätzlich bietet das Unternehmen Betreibern von Windkraftwerken ein Überwachungssystem an. Damit lassen sich Schäden an Rotorblättern früh erkennen. Für Bosch Rexroth geht es aber nicht nur um Lösungen für erneuerbare Energien, sondern ebenso für eine Steigerung der Energie-Effizienz in der Industrie.

„Der effiziente Umgang mit Energie ist derzeit das wirkungsvollste Mittel, um die Kohlendioxid-Emissionen wirtschaftlich sinnvoll zu senken“, sagt der Vorstandsvorsitzende Karl Tragl.

Mit Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth hätten die eigenen Werke und die von Kunden – von der Auto-Industrie bis zu Lebensmittel-Herstellern – den Energieverbrauch schon deutlich senken können. Und das bei mindestens gleichbleibender Produktivität.

Hintergrund

Mehr Öko-Energie geplant

  • Bis zum Jahr 2035 soll der Anteil der Öko-Quellen am gesamten deutschen Energieverbrauch auf 55 bis 60 Prozent steigen. So haben es Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart.
  • 2013 machten erneuerbare Energien nach vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen knapp 12 Prozent aus. An erster Stelle stand Mineralöl mit einem Anteil von einem Drittel.

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