Größte Fachmesse der Welt

„Bauma“: Bayerns Bau- und Bergbaumaschinen-Hersteller präsentieren zahlreiche Neuheiten

Straubing/Lauf/München/Tirschenreuth/Lindau. Das freut die Hersteller von Baumaschinen: Deutschland braucht Wohnraum und das nicht zu knapp. Allein in diesem Jahr sollen 290.000 neue Wohnungen entstehen, 80 Prozent mehr als noch 2010, meldet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Dazu kommen Straßen, Schienen und Wasserwege, in die der Bund Milliarden investiert. Gut für die Branche: Denn auf den Baustellen rollen jede Menge Maschinen.

Die neuesten gibt es jetzt vom 11. bis 17. April auf der „Bauma“ in München zu bestaunen. Auch Unternehmen der Bergbau-Industrie präsentieren auf dieser weltgrößten Fachmesse ihr schweres Gerät und erwarten einen kräftigen Schub fürs Geschäft.

Die Neuheiten-Schau findet alle drei Jahre statt. Auch heuer ist das Messegelände im Münchner Stadtteil Riem bis auf den letzten Platz ausgebucht. Ein Heimspiel für die bayerischen Hersteller von Bagger, Kipper, Kran und Co.! Auf der internationalen Bühne fahren sie neue Riesenmaschinen auf: Sie sind robust, sparsam und nutzen pfiffige Technik, um sich zu vernetzen.

Die Maschinen brauchen weniger Energie – obwohl sie immer größer werden

Einen echten Giganten präsentiert die Firma Sennebogen in Straubing: 300 Tonnen schwer und zwölf Meter lang ist der neue Seilbagger, den der niederbayerische Hersteller auf der Messe erstmals zeigen wird. Es ist der größte, den die Firma je gebaut hat. Allein der Oberwagen wiegt 100 Tonnen, musste per Tieflader in die Landeshauptstadt transportiert werden.

„Der Trend geht zu größeren Maschinen“, sagt Geschäftsführer Erich Sennebogen. Deshalb schafft die Firma Platz: Werk II in Straubing-Hafen wurde 2015 erweitert. Bis Ende 2016 folgt der Neubau einer Montage- und Lackierhalle für Großmaschinen. „Dadurch erreichen wir mehr Flexibilität und kürzere Lieferzeiten, was am Markt oft kaufentscheidend ist“, so Sennebogen.

Obwohl die Maschinen immer größer werden, verbrauchen sie weniger Energie. Bei Einsätzen am Hafen oder auf dem Schrottplatz spart ein Umschlagbagger, ein weiterer Neuling von Sennebogen, ein Drittel Energie: Beim Herablassen des Auslegers speichert er die Kraft, um sie für den nächsten Hub zu nutzen. „Das Prinzip lässt sich mit einer Feder vergleichen, die gestaucht wird und beim Entspannen die Energie wieder abgibt“, erklärt man es bei Sennebogen.

Hoch hinaus will auch Kranbauer Tadano Faun aus Lauf in Mittelfranken mit seinem neuen Achtachser. Dessen Hebetechnik ist für den Innovationspreis der Bauma nominiert. Das neu entwickelte Auslegersystem verfügt statt einer über drei Teleskopröhren – das macht den Kran um einiges stabiler, sodass er auf der Baustelle auf die sonst nötige Abspannung mit Seilen verzichten kann.

Kipperspezialist Meiller aus München nutzt ebenfalls schlaue Konstruktionen, um seine Fahrzeuge noch effizienter zu machen. Ein Spezialist für harte Einsätze wie Abbruch und Aushub ist der Hinterkipper, den das Unternehmen nun in München zeigt. Durch seinen schlanken Rahmen bringt das Baufahrzeug 300 Kilogramm weniger als sein Vorgängermodell auf die Waage. Und weil es leichter ist, darf das Fahrzeug mehr Schüttgut auf der Straße transportieren. So passt mehr in jede Fuhre.

In dem Kipper wurde „jeder Bolzen neu durchdacht“, heißt es bei Meiller. Schon bei drei Grad Neigung öffnet sich etwa die hintere Pendelklappe, das erhöht die Standsicherheit beim Entladen. Während der Fahrt wird die Ladung per Fernsteuerung gesichert: Die elektrische Schiebeplane lässt sich vom Fahrerhaus öffnen und schließen.

Gleich sechs Modelle, die ebenfalls mit neuer Technik glänzen, zeigt Walzenhersteller Hamm aus Tirschenreuth. Der Hersteller aus der Oberpfalz exportiert die Baumaschinen in alle Welt, auch nach Nahost und in die Tropen. Die Geräte werden an Klima, Bauweisen und Bodenbeschaffenheit dort angepasst. Eine besondere Kühlung etwa sorgt dafür, dass die Geräte selbst bei 50 Grad Celsius Außentemperatur einsatzbereit sind. Die Walzen bremsen sanft, drehen und beschleunigen leicht. Mit der Technik aus Bayern entstehen so weltweit geteerte Straßen ohne Wulste und Dellen.

Auf besonders engen Baustellen werden zudem kompakte Walzenzüge eingesetzt. Die Räder werden über Radmotoren angetrieben, sodass man sich die Hinterachse spart. Heraus kommt der weltweit kürzeste Walzenzug. Länge: 4,4 Meter, Gewicht: 6,3 Tonnen. Eine Stopp-Automatik schaltet den Motor bei längerem Stillstand ab. Das spart Kraftstoff.

Der Clou: Die Walze wird nicht nur durch Sichtfenster im Kabinenboden vom Fahrer überwacht, sondern zusätzlich per Satellit. Ein spezielles Navigationssystem erfasst, wo der Boden bereits genug verdichtet wurde, und sagt dem Fahrer, über welche Stellen er noch mal drüberfahren muss. Alles wird auf einer „Verdichtungslandkarte“ dokumentiert. Der Datenaustausch funktioniert auch in die andere Richtung – Planer können die Daten für die Baustelle im Büro vorbereiten und dann per Funk an die Fahrzeuge schicken.

Auf den Baustellen und in den Bergwerken rund um den Globus setzen die Unternehmen immer mehr digitale Technik ein. Beispielsweise die Liebherr-Elektronik GmbH in Lindau am Bodensee. Sie gehört zur Liebherr-Firmengruppe, einem der größten Baumaschinenhersteller der Welt. Diese hat auf der Bauma einen gewichtigen Auftritt: Das Gewicht aller Liebherr-Exponate summiert sich auf 5.000 Tonnen!

Um die schweren Maschinen zu bändigen, braucht es ausgeklügelte Steuerungen, wie sie das Werk von Liebherr in Lindau entwickelt. Etwa die „Umfeld-Erkennung“: Kameras, die dem Dreck auf der Baustelle standhalten, ein Rechner sowie ein hochauflösendes Display helfen, Unfälle zu verhindern. Das System erfasst Personen und Objekte rund um die Maschine und warnt, falls etwa ein Bauarbeiter einer Planierraupe zu nahe kommt. Der Fahrer kann den Auftrag abarbeiten – und die Technik passt mit für ihn auf.


Größter Branchentreff: Alles rund um Baustelle und Bergbau

Attraktion für große und kleine Besucher: In die Mulde des Riesenkippers von Liebherr passen 13 Kleinwagen. Foto: Werk
Attraktion für große und kleine Besucher: In die Mulde des Riesenkippers von Liebherr passen 13 Kleinwagen. Foto: Werk

Die fürs allgemeine Publikum offene Bauma (11. bis 17. April 2016) ist flächenmäßig die weltgrößte Fachmesse. Eine halbe Million Besucher wird erwartet. Info/Ticketpreise: bauma.de

17 Hallen plus Freigelände: Mit 605.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche (entspricht 56 Fußballfeldern) belegt die Schau das gesamte Messegelände in München-Riem.

Es gibt vier Bereiche: Maschinen und Ausrüstung für die Baustelle, Baustoffherstellung, Zulieferer und Dienstleister sowie Bergbau, Rohstoffgewinnung und -verarbeitung.

Von den mehr als 3.400 Ausstellern präsentieren 700 Bergbau-Produkte.

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