Schule

Banker-Einsatz im Klassenzimmer


Kundiger Vermittler: Filialleiter Heiko Marx in der Offenbacher Ernst-Reuter-Schule. Foto: Obert

Targo-Mitarbeiter machen bundesweit Jugendliche „fit für die Wirtschaft"

Köln. „Ich habe gelernt, wie man mit dem eigenen Geld umgehen sollte“, notiert eine Schülerin (17) aus Nordrhein-Westfalen. „Ich bin jetzt besser für die Zukunft vorbereitet“, findet eine 16-Jährige aus Baden-Württemberg. Und einem sächsischen Schüler (15) hat es nach eigenem Bekunden sogar „mehr Sicherheit fürs Leben gegeben“: das Projekt „fit für die Wirtschaft“.

Seit zehn Jahren schon schwärmen eigens dafür geschulte Mitarbeiter der Targobank (ehemals Citibank) als „Wirtschaftstrainer“ in die Klassenzimmer aus. Jeweils gut zehn Schulstunden lang wird von den Bankern zum Beispiel erklärt, was der Wirtschaftskreislauf ist – oder wie es zur Finanzkrise kam. Die Schulen kostet das nichts.

Schon mehr als 40.000 Teilnehmer

Natürlich geht es auch um Themen, die den Nachwuchs ganz direkt betreffen, von der Bewerbung bis zum Kaufvertrag. Ein 50 Seiten starkes Begleitheft erklärt nebenbei viele Fachbegriffe.

Mehr als 40.000 Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten haben inzwischen schon von dem Programm profitiert, in der Regel während der achten oder neunten Klasse. Die meisten finden’s prima: Vier von fünf Teilnehmern geben dem Spezial-Unterricht die Note 1 oder 2. Das zeigt eine aktuelle Bewertung per Fragebogen (aus der auch die drei Schüler-Zitate stammen).

Die Trainer bekommen ebenfalls Bestnoten. Kein Wunder: Die Jugendlichen freut die Abwechslung im Schulalltag. „Allein die Tatsache, dass da jemand vor ihnen steht, der nicht Lehrer ist, weckt das Interesse der Schüler“, sagt Projektleiterin Eva Schlieper von der gemeinnützigen Firma Institut der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR.

Dass der Nachwuchs in der Schule oft kaum praxisnahes Wirtschaftswissen vermittelt bekommt, wird schon lange beklagt. So gibt es inzwischen auch diverse andere Projekte, die dieses Problem offensiv angehen. „Aber was die Zielgruppe, die Dauer und die Intensität betrifft, da ist ,fit für die Wirtschaft‘ bundesweit einzigartig“, betont Schlieper.

Und die Lehrer? Die lernen manchmal sogar selbst dazu: „Das Projekt erweitert auch meinen Horizont“, räumt zum Beispiel ein Pädagoge ein, der an einer Gesamtschule arbeitet. Kein Wunder also, dass sich stets deutlich mehr Klassen bewerben, als jeweils betreut werden können.


www.fitfuerdiewirtschaft.de

 

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