Fachkräfte

Balance halten


Betriebe brauchen Flexibilität bei der Stellenbesetzung

Frankfurt. Immer kürzere und heftigere konjunkturelle Schwankungen stellen die Industrie vor große Herausforderungen. Das gilt auch für die Besetzung von Arbeitsplätzen mit Fachkräften.

„Die Betriebe brauchen genügend große unternehmerische Spielräume. Und wir brauchen eine bildungspolitische MINT-Offensive“, erklärte Eduard Kulenkamp, Verhandlungsführer von M+E Mitte, der Tarifgemeinschaft der Metallarbeitgeber, anlässlich der Sondierungsgespräche mit der IG Metall zur Fachkräftesicherung.

MINT-Fächer besser fördern

Denn der Unterricht in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sei in Deutschland im internationalen Vergleich „sehr unterentwickelt“, von der Politik „stiefmütterlich behandelt“. Künftig werde das Wachstum der Unternehmen der M+E-Industrie vor allem dadurch behindert, dass es weniger qualifizierte Arbeitskräfte gebe.

Wie eine Umfrage des Arbeitgeberverbandes Hessenmetall ergab, besteht schon jetzt ein Mangel im naturwissenschaftlich-technischen Bereich: „Überall, bei den Auszubildenden, aber deutlich schlimmer noch bei den Fachkräften und Akademikern“, so Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall.

Allein Siemens hat deutschlandweit 3.400 offene Stellen. In Hessen werden vorwiegend Ingenieure gesucht, die zunehmend über das duale Studium selbst ausgebildet werden. Aber auch benachteiligte Jugendliche können Ausbildungsplätze bekommen.

Zuschüsse für die Kinderbetreuung

Außerdem will man Bewerber durch moderne Arbeitsbedingungen überzeugen. Michael Kassner, Leiter der Siemens-Region Mitte: „Wir bieten Kita-Plätze, steuerfreie Zuschüsse für Eltern, die ihre nicht schulpflichtigen Kinder außer Haus betreuen lassen, flexible Büro-Konzepte und mehr.“

Ähnlich engagiert ist der Heizungs- und Klima-Experte Viessmann in Allendorf. Die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze wurde um 80 Prozent erhöht (aktuell 350 Azubis). Während der Lehre kann man hier Fachabitur machen und studieren. Zudem ist Viessmann Initiator von YEA, der Young Engineer Academy an der Edertalschule, um begabte Jugendliche mit dem Ingenieurberuf vertraut zu machen.

„Ein guter Weg“, so Fasbender, „Tüftler und Techniker studieren MINT-Fächer nur, wenn sie sie schon in der Schule intensiv kennengelernt und auch den Bezug zur Praxis erlebt haben.“


 

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