Nachwuchswettbewerb

Azubis machen ihre Betriebe fit – und bekommen einen Preis

Frankfurt. Endrunde im Nachwuchswettbewerb „M+Eine Zukunft“: Zwölf Teams von Auszubildenden und dual Studierenden sowie drei Einzelkämpfer haben es dieses Mal ins Finale geschafft. Die Aufregung ist groß unter den Teilnehmern im Haus des Arbeitgeberverbands Hessenmetall in Frankfurt.

Da werden Präsentationen vor dem Auftritt schnell noch mal abgesprochen, Maschinen und sogar ein kompletter Zahnarztstuhl vor die Jury geschafft, um die eigene Idee perfekt vorzustellen.

„Wir wollten es uns leichter machen“

„Alle Teams präsentierten Innovationsprojekte, die zeigen, dass der Wirtschaftsstandort Hessen auf Unternehmergeist und Kreativität seines Nachwuchses zählen kann“, sagt Wolf Matthias Mang, Vorsitzender von Hessenmetall und Chef des Maschinenbau-Zulieferers Arno Arnold in Obertshausen.

Weit oben im Interesse der Jugendlichen stehen Themen zur Optimierung von Arbeitsabläufen und Ideen zur Energieeffizienz, die nach erfolgreicher Umsetzung den Unternehmen über die Jahre Millionen von Euro einsparen können.

Auch der Wunsch, andere für die Branche zu begeistern, führte zu tollen Projekten. Etwa bei Lorena Schmitt, René Runge und Ömer Yildiz. Die Azubis der Fritz Winter Eisengießerei aus Stadtallendorf riefen eine Nacht der Gießereiberufe ins Leben. Ihr Ziel: die Kernberufe des Unternehmens, Gießereimechaniker und technische Modellbauer, bekannter zu machen. Dafür gab es den ersten Preis in der Kategorie „Administration und Personalmanagement“.

In der Kategorie „Einzelne Produkte und Dienstleistungen“ erzielten die Azubis Maxim Iwanenko, Jan Eckert, Alexander Petersen und Maade Duncan von Sirona Dental Systems, Bensheim, den ersten Preis.

Sie veränderten den Versuchsaufbau eines Belastungstests, den ein Zahnarztstuhl durchlaufen muss. Tauschten Elektromotoren durch Hydraulik­lösungen und verkürzten so die Testphase von 800 Tagen auf gerade mal 80 Tage.

René Rimbach, Marco Dietrich und Nick Degenhardt, Azubis von Georg Sahm in Eschwege, wurden Sieger in der Kategorie Produktionsablauf und Logistik. „Wir wollten es uns leichter machen und bauten eine Maschine, die Schläuche vollautomatisch abschneidet“, erzählt Rimbach. Das spart Kosten und Zeit. „Und was sich rechnet, wird bei uns sofort umgesetzt“, so Ausbilder Jürgen Rabe.

Mehr Infos: hessenmetall.de


Kommentar

Volker Fasbender. Foto: Verband
Volker Fasbender. Foto: Verband

Nicht mit Gold aufzuwiegen

Von Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL.

Zwölf Teams und drei Einzelkämpfer standen im Finale des „M+Eine Zukunft Awards“. Der Innovationswettbewerb ruft jedes Jahr Auszubildende und Trainees unserer 530 Mitgliedsbetriebe auf, Ideen zu entwickeln, die ihre Unternehmen erfolgreicher machen. Äußerst kreative Projekte sind dabei herausgekommen, die die Jury in Erstaunen versetzt haben: darunter eine Schneidemaschine für Schläuche, ein Vakuumkoffer für den Physikunterricht, eine Nacht der Gießerei und vieles mehr.

Ob es sich lohnt, wenn der Nachwuchs zum Beispiel beim Austausch von Elektromotor durch Hydraulik bei Zahnarztstühlen mehr als 100 Stunden in ein solches Verbesserungsprojekt investiert? Wenn der Belastungstest 90 Prozent der Zeit einspart, gibt es einen handfesten ökonomischen Nutzen.

Nicht in Gold aufzuwiegen ist aber das, was die Jugendlichen an Standing im Unternehmen, an interdisziplinärer Zusammenarbeit, an Kosteneffizienz und Kreativität lernen. Und das kommt ihren Unternehmen direkt zugute.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Wettbewerb.

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