Raum für Job & Familie

Autozulieferer ContiTech bietet Spielzimmer für kranke Kinder von Mitarbeitern

Waltershausen. Aus dem Spielzeug-Alter sind sie natürlich schon lange raus. Trotzdem schauen sie auf dem AKTIV-Foto sichtlich vergnügt auf die Fortschritte im Eltern-Kind-Zimmer: Sigrid Hartung, Personalchefin am ContiTech-Standort Waltershausen in Thüringen, und ihre Mitarbeiterin Mandy Fehringer.

„Der Raum ist fast fertig“, berichtet Hartung, „nur der Maler muss noch ran.“ Gedacht ist das schmucke Ambiente, das noch mit Computer, Schreibtisch und Telefon ausgerüstet wird, zum Beispiel für Mitarbeiter mit leicht erkrankten Kindern, die rasch noch wichtige Aufgaben erledigen und ihren Nachwuchs im Auge behalten müssen.

Oder auch als Ort, um den Kollegen in passender Umgebung den Nachwuchs zu präsentieren.

Das Töchterchen krank? Dann gibt’s eben fallweise Telearbeit

Nicht zuletzt für das Eltern-Kind-Zimmer wurde der ContiTech-Standort Waltershausen kürzlich ausgezeichnet: vom Verein „Total E-Quality Deutschland“, der sich mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums um eine „an Chancengleichheit ausgerichtete Personalführung“ kümmert. Der Verein lobt damit das große Paket an Hilfen, die der aus vier Betrieben bestehende ContiTech-Standort Waltershausen seinen insgesamt 1.000 Mitarbeitern bietet, um Beruf und Familie „optimal miteinander zu vereinbaren“.

Cindy Mönchgesang (37) erlebte das schon 2007. „Damals wollte ich nach der Elternzeit meine Arbeit in der Lohnbuchhaltung wieder aufnehmen“, erzählt sie, „doch es klappte nicht mit der Kita.“ Doch man fand eine Lösung: Sie arbeitete von zu Hause aus, konnte das mit der Betreuung ihrer Tochter Lilli zusammenbringen. Heute, sieben Jahre später, liegt ihre Bürozeit so, „dass ich das Kind in die Schule bringen und aus dem Hort abholen kann“. Und sollte Lilli mal mit einer Erkältung daheim bleiben müssen, gibt es fallweise Telearbeit.

Spezielle „Mutti-Schichten“ und Elternzeit für junge Väter

Ganz aktuell kann Andreas Steube (29) vom Entgegenkommen des Arbeitgebers berichten. Der Betriebsschlosser und seine Partnerin müssen zur Arbeit, bevor die örtliche Kita öffnet und ihre 19 Monate alten Zwillinge aufnehmen kann. Steube sprach das Thema an – einige Gespräche im Betrieb und zwei Wochen später war das Problem keines mehr: Er beginnt seine Schicht statt um sechs Uhr eine Stunde später. „Das war ein gewaltiger Druck“, bekennt Steube, der nun ohne Sorgen seinen Job machen kann.

Spezielle „Mutti-Schichten“, der jährliche Gesundheitstag, das Familiensportfest mit Kind und Kegel, Elternzeit für Väter zum selbst gewählten Zeitpunkt, Freistellungen für die Pflege der Eltern und vieles mehr: Am Standort hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon immer Vorrang.

Auch aus wirtschaftlichen Erwägungen, gibt die Personalchefin zu: „Wer den Kopf von Problemen frei hat, kann 100-prozentig seine Arbeit machen.“


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