Raus in die Welt

Auslandsstationen sind bei Azubis so beliebt wie noch nie


Berlin. Von wegen Freizeit, Facebook und sonst nix: Für die Jugend steht „Leistung“ ganz weit vorn! Mit diesem Begriff verbinden 91 Prozent der 16- bis 29-Jährigen etwas Gutes, so eine aktuelle Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Und sie zeigen sich entsprechend flexibel, wie eine Bilanz des Bildungsministeriums beweist: Rund 30.000 Azubis nutzen in diesem Jahr die Chance, eine Ausbildungsstation von drei bis vier Wochen in einem ausländischen Betrieb zu absolvieren – in allen Branchen, vom Bäcker bis zum Mechatroniker. Das sind 4 Prozent eines Lehrlingsjahrgangs, so viele wie noch nie.

Was bei Studenten schon länger üblich ist, kommt auch in den Betrieben zunehmend in Mode. „Auszubildende und Unternehmen haben erkannt, dass Mobilität in der Berufsausbildung immer wichtiger wird“, freut sich die zuständige Ministerin Johanna Wanka. Für die Reisefreudigkeit der Auszubildenden ließen der Bund und die EU schon viel Geld springen: 240 Millionen Euro in den vergangenen sechs Jahren.

240.000.000 Euro von EU und Bund für Stipendien

Das von Berlin und Brüssel getragene „Leonardo-da-Vinci-Programm“ übernimmt Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung. Beim Bundesinstitut für Berufsbildung (www.na-bibb.de) erfährt man mehr über diese Stipendien.

„Das mit Abstand beliebteste Ziel der Azubis ist Großbritannien, gefolgt von Frankreich und Spanien“, berichtet Jacqueline März, zuständig für „Mobilitätsberatung“ beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Auch mittelständische Betriebe legten zunehmend Wert darauf, dass der Nachwuchs mal rauskommt. „Das internationale Geschäft gehört für viele Unternehmen längst zum Alltag – dafür müssen ihre Mitarbeiter entsprechend ausgebildet werden.“

Die Quote von 4 Prozent Azubis im Ausland soll bis Ende des Jahrzehnts sogar auf 10 Prozent steigen – das jedenfalls hat kürzlich der Bundestag als Ziel formuliert.

Ob die Jugendlichen danach gern in ihren Betrieb zurückkehren? Die Werte-Studie der Adenauer-Stiftung beruhigt: Für 93 Prozent ist auch „Heimat“ ganz entscheidend.

Deutschlands Jugendliche: Was haben sie drauf und was nicht?

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