Zum Tanzen in die Karibik

Ausgezeichnete Abschlussarbeit: Textil-Talent nutzt Preisgeld für Fernreise


Mönchengladbach. Manchmal ist es angenehm, wenn sich Klischees erfüllen. Feiner weißer Sand, türkisblaues Wasser, Palmen! Das hat sich Tina Gräf Ende Februar gegönnt. Möglich wurde die Traumreise in die Sonne unter anderem mit dem Preisgeld für den zweiten Platz im Nachwuchswettbewerb „Next“ der Initiative „ZiTex – Textil & Mode NRW“.

„Die Zehen ins Meer stecken und einfach nichts tun“, beschreibt die 23-Jährige ihren Zwei-Wochen-Trip in die Dominikanische Republik. Die Entspannung kam gerade recht – nach dem Kraftakt der letzten Monate.
Zum Abschluss ihrer Ausbildung als Modeschneiderin beim Bekleidungsunternehmen Windsor in Bielefeld kreierte sie einen gefütterten Blazer. „Bis heute ist mir nicht ganz klar, was der Jury daran so besonders gefallen hat“, sagt sie bescheiden. Und zuckt mit den Schultern: „Macht aber nichts, die Auszeichnung war toll!“

Kreativität und Technik – das ist einmalig in Deutschland

Und ein Anschub fürs Studium. Nach der Ausbildung, das hatte sie schon vorher geplant, zog sie im vergangenen Herbst von Bielefeld nach Mönchengladbach – um nach sieben Semestern „Design-Ingenieurin“ zu werden. Gerade beginnt ihr zweites Semester. AKTIV traf sie an der Uni.

Schon an der Berufsschule, erzählt Gräf, hätten Kolleginnen ihr von der Fachhochschule Niederrhein erzählt, hier wollte sie unbedingt hin. Wieso Design-Ingenieurin? „In diesem Studium lernen wir, jedes Teil, das wir entwerfen, auch zu produzieren.“

Im ersten Semester stand Akt-Zeichnen an – und ansonsten viel Theorie: Mathe, Chemie, EDV, Stoffveredlung. „Da geht es zum Beispiel darum, wie aus der Faser ein Faden wird“, sagt Gräf. „Diese Verbindung des Kreativen mit dem Technischen ist einmalig in Deutschland.“ Sie geht davon aus, dass ihr das gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschafft: Zurück zu Windsor würde sie gerne gehen – „oder vielleicht zu Joop“.

Die junge Frau versichert: „Reine Schreibtischarbeit ist nichts für mich, ich brauche Praxis.“ Deshalb sei dieses Studium das Richtige. Freiwillig lernt sie jetzt Italienisch und verbessert ihr Englisch.

Ohne die Praxiskenntnisse aus der Lehre, betont sie, wäre der Einstieg ins Studium schwieriger geworden. Die Ausbildung habe auch ihren Modegeschmack geprägt: „Klassisch mit einer Spur Lässigkeit, das ist mein Ding“, sagt sie. „Elegant, aber nicht spießig.“ Da war sie bei Windsor genau richtig: Bis heute steckt in den Kollektionen der Bielefelder ein Hauch von britischer Noblesse.

Eleganz fand sie in anderer Form auch auf ihrem Inseltrip. „Bei den Abendkursen in karibischem Volkstanz.“

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