Fachkräfte für die Metall- und Elektro-Industrie

Ausbildung statt Studium: Diesen Weg zum Erfolg gehen viel zu wenige

Wiesbaden. Maschinen, die den Überblick behalten, miteinander kommunizieren, für reibungslose Produktion sorgen und monotone Arbeiten übernehmen. Bei Limtronik in Limburg, einem Dienstleister für elektronische Fertigung, ist diese Industrie 4.0 Realität.

Ohne qualifizierte Mitarbeiter läuft hier trotzdem nichts, denn die Maschinen müssen bestückt, die Qualität der Produkte zur Sicherheit auch von Menschen kontrolliert werden und vieles mehr. Kontinuierlich bildet der Betrieb deshalb aus, vorrangig Elektroniker für Geräte und Systeme.

Bewerberzahlen gehen zurück

Manuel Sehr hat seine dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen: „Eine tolle Zeit, in der ich auch Zusatzkurse besuchen konnte.“

Qualifizierte Fachkräfte wie Sehr sind für eine Industrie- und Exportnation wie Deutschland gerade auf dem Weg zur Industrie 4.0 unverzichtbar. Doch die Bewerberzahlen gehen in der dualen Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule zurück, weil immer mehr Jugendliche nach der Schule direkt an die Universitäten und Hochschulen streben.

„Deshalb müssen Abitur und duale Ausbildung gleichwertige Chancen in das Berufsleben eröffnen, um alle Potenziale für die digitale Zukunft zu heben“, betonte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) kürzlich in Wiesbaden bei der Vorstellung der Studie „Fachkräfte für die Industrie 4.0“.

Die Studie zeigt auf 120 Seiten, vor welchen Herausforderungen die Wirtschaft steht und welche Kompetenzen Fachkräfte in Zukunft brauchen. Demnach werden viel mehr Qualifikationen gebraucht, die sich ergänzen, wie die Elemente des Lernens in Praxis und Theorie. „Unsere im Ausland viel gelobte duale Berufsausbildung enthält eine solche Mischung und ist bei der Integration zur Industrie 4.0 schon am weitesten vorangekommen“, erläuterte Fasbender.

Dominique Döttling, verantwortlich für die Personalentwicklung des Autoherstellers Opel in ganz Europa, bricht ebenfalls eine Lanze für die duale Ausbildung. Das Unternehmen bildet seit über 150 Jahren aus und ist ein Pionier bei der erfolgreichen Verzahnung von Lehre und Studium.

Viele studieren nach dem ersten erfolgreichen Abschluss und entwickeln sich so zum Beispiel für den Ingenieurbereich weiter. Duales Studium gibt es bei Opel bereits seit 20 Jahren. Döttling ist überzeugt davon, dass das außerordentlich hohe Niveau die duale Ausbildung auch künftig zum Erfolgsmodell macht, für die Wirtschaft und für junge Leute auf der Suche nach beruflichem Erfolg.

Die Erfahrung gibt ihr recht. „Die Berufsausbildung wird auch deswegen immer wichtiger, weil es in keiner anderen Ausbildungsform ein besseres Zahlenverhältnis von Lehrendem zu Lernendem gibt. Unsere Ausbilder finden die Talente jedes Einzelnen und entwickeln sie konsequent.“ Döttling: „Viele Führungskräfte bei Opel haben ihre Karriere mit einer dualen Ausbildung gestartet.“

Studie zum Download: vhu.de


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