Förderprogramm

Ausbildung für Jugendliche mit schwachen Noten


Mit „StartPlus“ zur Ausbildungsreife: Das Chemie-Förderprogramm hilft jungen Menschen

Hamburg. Sergej Garmatjuk steht zu seinen Schwächen. „In Mathe war ich ziemlich schlecht“, sagt der 18-Jährige heute. Der Realschulabschluss, den der aus Kasachstan stammende Deutsche im Jahr 2011 erworben hatte, war durchwachsen.

„Im Wettbewerb um einen Ausbildungsplatz hatte Sergej aufgrund seiner fehlenden Mathe-Kenntnisse keine Chance“, erklärt Ingelore Wolff, Ausbildungsleiterin bei Cargill Texturizing Solutions in Hamburg-Rothenburgsort.

Trotzdem kann der junge Mann in dem Chemie-Unternehmen eine Ausbildung beginnen. Das verdankt er dem Förderprogramm „StartPlus“: Die Chemie-Tarifvertragsparteien hatten es 2011 vereinbart. Es hilft besonders kleineren und mittleren Betrieben, Jugendliche zu fördern und zur Ausbildungsreife zu bringen.

Hilfe bei Organisation und Finanzierung

„Wir unterstützen die Unternehmen organisatorisch und finanziell“, erklärt Projekt-Koordinatorin Laura Mahr von der ChemieNord-Akademie, der Aus- und Weiterbildungseinrichtung des Arbeitgeberverbands ChemieNord. Sie hilft Ausbildern und Lehrern und sorgt für eine sozialpäda-gogische Betreuung der jungen Leute.

Davon profitieren alle Beteiligten. Die Betriebe können ihre künftigen Azubis kennenlernen, sind finanziell aber nur gering belastet. Die Jugendlichen arbeiten ihre Defizite auf, lernen die Arbeitswelt kennen und bekommen – wenn alles gut läuft – am Ende den begehrten Ausbildungsplatz.

„Ohne das Förderprogramm hätten wir Sergej sicher nicht so stärken können, wie das in den vergangenen acht Monaten geschehen ist“, sagt Cargill-Ausbildungskoordinatorin Wolff. Das Unternehmen, das am Elbdeich mit 135 Mitarbeitern Lecithin für die Lebensmittel-Industrie produziert, bildet derzeit acht junge Leute  in drei Berufen aus. „Mit dem theoretischen Unterricht als Teil des Förderprogramms und der Praxis bei uns hat Sergej sein Rüstzeug als Vorbereitung für eine Lehrstelle erhalten“, erklärt die Ausbildungsleiterin.

Lernwille und externe Nachhilfe

Inzwischen hat sich Sergej dank seines Lernwillens und der Unterstützung durch externe Nachhilfe so weit entwickelt, dass er ab August loslegen kann. Er erlernt bei Cargill  den Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik.

Mit ihm startet Finn Reese, der ebenfalls bei Cargill das StartPlus-Programm absolviert hat. Ingelore Wolff: „StartPlus ist eine sehr gute Sache für Jugendliche und für Unternehmen, die neue Wege beschreiten wollen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.“

Info: Hier geht es zur Ausbildungsreife

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben das Förderprogramm „StartPlus“ 2011 als Weiterentwicklung der Initiative „Start in den Beruf“ initiiert. Es richtet sich an Jugendliche bis 25 Jahre und unterstützt Betriebe mit bis zu 750 Mitarbeitern. Die Vorbereitung auf eine Ausbildung dauert zwischen drei und zwölf Monaten. Der Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) steuert monatlich bis zu 480 Euro bei. Der Arbeitgeber zahlt nur seinen Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen. Gefördert werden Mitgliedsbetriebe des AGV ChemieNord. Mehr Infos bei Laura Mahr, telefonisch: 040-63 91 883-512. Oder per E-Mail: mahr@chemienord.de

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Schlagwörter: Ausbildung Chemie

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