Mittelstand

Augen auf – und durch!


Brillengläser von Rupp+Hubrach schützen Sportler

Bamberg. Schneeflocken oder Spritzwasser sind noch das harmloseste, was einen Skifahrer oder Mountainbiker treffen kann. Oft sind es auch Steinchen oder Äste, die ihnen entgegenschlagen.

Da muss eine Sportbrille nicht nur die Augen schützen, sondern für Durchblick sorgen – damit der Sportler schon vorher rechtzeitig ausweicht. „Scharfes Sehen, auch in den Randbereichen, ist entscheidend“, sagt Nicole Backmann, Fachfrau für Sportbrillen-Gläser bei Rupp+Hubrach.

Das 1922 gegründete Unternehmen bietet solche Spezialgläser seit 2001 in individueller Sehstärke. Erst seitdem können sie in stark gekrümmte, eng am Gesicht anliegende Sportbrillen für Kurz- oder Weitsichtige eingesetzt werden – zuvor war das wegen der Verzerrungen technisch unlösbar.

Gleißende Sonne oder Grüntöne

Dank spezieller Mess- und Produktionsverfahren können die Bamberger Seh-Experten 16 verschiedene Sportarten mit Optik unterstützen. „Ein Abfahrtsläufer in gleißender Sonne oder ein Radrennfahrer auf flirrendem Asphalt will vor allem Lichtreflexe vermeiden“, erläutert Backmann. „Dafür braucht er andere Gläser als etwa ein Golfer für Braun- und Grüntöne.“ Jedes Auge ist anders, jeder Sport auch. Daher müssen Brillengläser exakt vermessen und gefertigt werden. Das bringt mehr Kontraste und hilft, Entfernung besser abzuschätzen.

Nur 5 Prozent der Deutschen setzen für Sport und Freizeit eine spezielle Brille auf, hat das Institut für Demoskopie Allensbach 2008 ermittelt. Die meisten tragen ihre Alltagsbrille. Viel Marktpotenzial also für die Rupp+Hubrach Optik GmbH – die seit 1991 alle drei Jahre von Optikern als bester deutscher Brillenglas-Lieferant  bewertet wurde.

20.000 Stück werden pro Tag

von den 500 Mitarbeitern am oberfränkischen Stammsitz gefertigt. Im Sommer kommt jedes siebte Glas in eine Sportbrille. 2003 wurde die zuvor familiengeführte Firma von dem französischen Konzern Essilor übernommen. 2009 erzielte Rupp+Hubrach 63 Millionen Euro Umsatz – immerhin etwas mehr als 2008.

Handarbeit für identische Farben

„Um den stetigen Preis- und Kostendruck abzufedern, haben wir seit 1998 einen zweiten Standort mit 130 Mitarbeitern in Irland“, sagt Geschäftsführer Ralf Thiehofe. „Etwa 20 Stellen müssen wir 2010 dorthin verlagern.“

Das Wissen der Bamberger Kollegen bleibt für anspruchsvolle Arbeiten aber weiter gefragt. Denn was die vollautomatischen Schleif- und Poliermaschinen nicht können, übernehmen erfahrene Mitarbeiter. Zum Beispiel im „Color-Studio“. Dort kommt es auf Handarbeit an. Mitarbeiter Michael Richter taucht Scheiben in Wannen und lässt chemische Speziallösungen einwirken. Die Kunst: immer zwei Gläser so identisch zu färben, dass das rechte und linke Brillenglas zusammenpassen.

„Im Bearbeiten und Veredeln liegt unsere Kompetenz“, betont Geschäftsführer Thiehofe. Das heißt Entspiegeln, Polarisieren und Beschichten mit Lacken und Folien.

So ist ein bestimmter Kunststoff von Rupp+Hubrach 36-mal stabiler als normaler optischer Kunststoff. Er hat sich in der Raumfahrt und für die Produktion von kugelsicheren Westen bewährt. Und er ist auch in Sportbrillen auf der Piste oder im Sattel unschlagbar.

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