Textilmaschinen-Export

Auf neue Märkte eingestellt


Saal. Jeder Faden sitzt. Dafür sorgen zentnerschwere Walzen, mit denen eine Richtmaschine von Mahlo eine Stoffbahn bearbeitet. Das 200-Mann-Unternehmen in Saal nahe Regensburg beliefert mit seinen Anlagen vor allem die Textil-Industrie. Die korrigiert mit ihnen verzogene Fäden.

Die erste automatische Richtmaschine entwickelte Mahlo 1959 – damals noch vorrangig für Kunden in der Heimat. Doch seit die Produktion von Hemden und Hosen zum größten Teil ins Ausland abgewandert ist, stellt sich das Unternehmen auf internationale Kunden ein. Neun von zehn Anlagen gehen mittlerweile ins Ausland.

„Unser wichtigster Markt ist Asien“, sagt Mahlo-Geschäftsführer Alois Böckmann. Länder wie China, Indien und Bangladesch sind längst die Nähstuben der Welt. Dort sitzen die Kunden. Aber das muss nicht so bleiben. Der Chef vermutet: „Auch Afrika dürfte irgendwann interessant für die Textil-Industrie werden.“ Dann will auch Mahlo dabei sein.

Das kleine Unternehmen ist heute in 55 Ländern präsent. In 5 Staaten hat es sogar eigene Büros. Neben Richtmaschinen bietet die Firma Systeme an, die mit Sensoren Feuchtigkeit, Farbe, Gewicht und Dicke von Materialien überprüfen. Anlagen von Mahlo kommen immer dann ins Spiel, wenn etwas in langen Bahnen produziert, bearbeitet oder beschichtet wird. Das ist zum Beispiel der Fall in der Herstellung von Teppichböden, bügelfreien Hemden und wasserabweisender Kleidung – aber auch bei Papier, Folien und Windeln.

Die Hersteller sparen so Kosten in der Fertigung und sichern die Qualität. Damit sich die Produktion solcher Spezialmaschinen am vergleichsweise teuren Standort Deutschland lohnt, muss Mahlo mehr bieten als internationale Wettbewerber. „Die Technik ist entscheidend“, erklärt Böckmann. „Aber auch guter Service wird immer wichtiger, um uns abzuheben.“

Service und Beratung sind im Wettbewerb entscheidend

Mit schneller Wartung und Reparatur allein ist es allerdings nicht mehr getan. Kunden wollen zunehmend beraten werden – etwa zur Modellwahl oder zum optimalen Einbau einer Anlage in den Produktionsablauf. Bei Bedarf schulen Mahlo-Leute die Mitarbeiter des Kunden an den neuen Maschinen – und jetten dafür um die Welt.

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