Fahrzeugbau

Auf Krone fahren die Trucker ab


Das Fahrzeugwerk im Emsland setzt Maßstäbe

Werlte. Georg Lammers an der Stahl-Strahlanlage, Axel Koleder bei der Montage der Bremsen, Michael Beckmann bei der Rad-Befestigung: Das sind drei der rund 750 Mitarbeiter, die im Fahrzeugwerk Bernard Krone im emsländischen Werlte Tag für Tag etwa 110 Lkw-Sattelauflieger („Trailer“) bauen. Ob Pritschen- oder Kühlsattelauflieger, Anhänger, Wechselsysteme oder Koffersattelauflieger – die Firma gehört zu den führenden Produzenten weltweit. Und man blickt auf eine rasante Entwicklung zurück.

„Wir haben 1971 mit der Herstellung von Nutzfahrzeugen begonnen“, berichtet Frank Albers, der Vertriebs- und Marketingchef. Im gesamten Jahr wurden damals gerade einmal 100 Lkw-Anhänger produziert. Nur zehn Jahre später waren es bereits 2.000. „Und heute produzieren wir noch einmal die 15-fache Zahl an Nutzfahrzeugen“, so Albers. „Außerdem decken wir dabei eine wesentlich breitere Produktpalette ab.“

Wertvolle Industrie in ländlicher Region

Vor allem die Innovationskraft und die hohe Produktqualität sorgten dafür, dass sich die Emsländer wie der Hecht im Karpfenteich der etablierten Hersteller entwickeln konnten. So bauten sie den ersten Trailer, der eine spezielle Mulde zum Transport von Stahlrollen hatte. 1981 entwickelten sie die Kurzkupplung, 1990 den „Mega Trailer“: Der bot bei gleichen äußeren Abmessungen wesentlich mehr Stauraum als die Modelle von Wettbewerbern.

1997 führte Krone als weltweit erstes Trailer-Unternehmen die „Kathodische Tauchlackierung“ (KTL) und die Pulverbeschichtung als Langzeitschutz gegen Rost ein. Es folgten pfiffige Ladungssicherungssysteme und energieeffiziente Trailer sowie als jüngste Entwicklung ein vakuumisolierter Kühlsattelauflieger, der bis zu 25 Prozent an Kühlkosten, sprich Energiekosten, einsparen kann.

In der ländlichen Region Werlte ist Krone ein industrieller Leuchtturm. „Wir bieten krisenfeste Arbeitsplätze und arbeiten mit vielen Unternehmen in der Region zusammen“, sagt Albers. Er schätzt, dass rund 2.500 Arbeitsplätze  an der Wertschöpfung der Nutzfahrzeuge beteiligt sind.

Übergabe meist ganz feierlich

Im Fahrzeugwerk werden die Einzelkomponenten zusammenmontiert. Insgesamt 15 Stationen durchläuft ein Chassis, ehe aus ihm ein Lkw-Trailer wird. Mehr als 100 Metallgestelle erreichen täglich den Wareneingang. Von hier aus geht es zur Stahl-Strahlanlage: Rund 4,5 Tonnen Stahlkügelchen prasseln eine viertel Stunde lang auf die Metallrahmen und entfernen Schmutz und Rost.

Nächste Station ist die Tauchlackieranlage: In zehn Tauchgängen wird jedes Chassis grundiert, dann mit der jeweiligen Farbe pulverbeschichtet. Es folgen die Montage der Bremsen, Achsen und Reifen, der Einbau des Bodens und der Aufbau der Seitenwände.

Nachdem auch die Seitenplane eingezogen ist, wird der Trailer auf Herz und Nieren überprüft. Und schließlich dem Kunden übergeben – meist ganz feierlich im hochmodernen Besucherzentrum.

Info: Die Krone Gruppe

Die Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH gehört zur Bernard Krone Holding, unter deren Dach neben der Sparte Nutzfahrzeuge die Landtechnik und der Landtechnik-Handel arbeiten. Krone startete 1906 als Schmiedebetrieb mit landwirtschaftlichen Maschinen.

Die in der vierten Generation familiengeführte Gruppe kam im letzten Wirtschaftsjahr (August 2010 bis Juli 2011) mit rund 2 100 Mitarbeitern auf 1,3 Milliarden Euro Umsatz.

www.krone.de

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