Elektro-Mobilität

Auf drei Rädern in die Zukunft


Betriebe in Nordhessen wollen Vision verwirklichen

Baunatal. 2,5 Millionen US-Dollar Siegprämie. „Damit könnte für uns ein Märchen wahr werden“, sagt Martin Möscheid, Geschäftsführer von E-Mobile Motors in Rosenthal und „Vater“ eines dreirädrigen Autos, das in Richtung Zukunft fährt.

Die wendige weiße Flunder trägt einen sperrigen Namen: „TW4XP“. Die Bezeichnung steht für „Three Wheeler For X Prize“ (Dreirad für den X-Preis) und ist der Arbeitstitel   für das einzige deutsche Fahrzeug, das am amerikanischen X-Prize-Wettbewerb für umweltfreundliche Energiespar-Fahrzeuge teilnimmt.

Über 160 Kilometer Reichweite

Die Anforderungen: Spitzengeschwindigkeit von mindestens 130 Stundenkilometern, von 0 auf 100 in weniger als 12 Sekunden, eine Reichweite von mindestens 160 Kilometern ohne Ladestopp –  und das bei einem Stromverbrauch von maximal 10 Kilowattstunden. Das entspricht einer Energiemenge von un-ter einem Liter Benzin auf 100 Kilometer.

„Derzeitige E-Autos verbrauchen das Doppelte“, so Möscheid. „Ziel des mit insgesamt 10 Millionen US-Dollar dotierten Wettbewerbs ist es, serientaugliche, hocheffiziente Fahrzeuge zu fördern und ihnen den Markteintritt durch ein erstklassiges Marketing vorzubereiten“, erläutert er.

Der Wettbewerb ist der sportliche Rahmen auf dem Weg zur Serienreife. Das Team um Möscheid kann dabei auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der E-Mobilität zurückgreifen. Unterstützt wird es von der Universität Kassel und zwei Netzwerken: „DieMaschinenbauPartner“, ein Zusammenschluss von 30 regionalen Betrieben sowie „MoWinNet“.

„Das Auto ist nicht nur eine technische Meisterleistung, es zeigt auch eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit Nordhessens durch die Zusammenarbeit von Netzwerken“, betont Stefan Koch, Geschäftsführer von Maschinenbau Koch und Mitbegründer von „DieMaschinenbauPartner“.

Netzwerk macht Technik möglich

Gemeinsam wurden Bauteile des Fahrzeuges überarbeitet, entstanden Wechselrichter, die die elektrische Energie aus wind- und sonnenreichen Zeiten in wind- und sonnenarme Zeiten transportieren, und vieles mehr. Continental half bei der Reifenauswahl. Auch bei der Akquise von Finanzmitteln und Öffentlichkeitsarbeit gab es Unterstützung durch die Netzwerke.

Chefentwickler Möscheid ist mehr als zufrieden: „Man kann ohne Übertreibung feststellen, dass sich unser Fahrzeug ohne Netzwerk nicht bewegen könnte.“

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