Arbeitswelt

Auch Sonnenbrillen kommen aus dem heißen Kanal


Günther Heißkanaltechnik will weiter wachsen – Neueinstellungen sind geplant

Frankenberg. Sie gehören zum Alltag: Sonnenbrillen aus Kunststoff, Handys, bunte Filzstifte oder Gehäuse für Luftfilter. Wir nutzen Sie und wissen nicht, wie viel Know-how hinter den Produkten steckt.

Denn sie alle haben etwas gemeinsam: Die dafür verwendeten Kunststoffteile werden mit komplexen Heißkanalsystemen hergestellt. Und die werden beispielsweise von der Frankenberger Firma Günther Heißkanaltechnik gefertigt.

Entwickelt im firmeneigenen Technikum, produziert man hier Heißkanaldüsen und Heißkanalsysteme. Die dazugehörige Regeltechnik wird zugekauft.

Das Besondere: Die Düse hat eine integrierte Isolationsschicht aus Luft. Die bringt einen extrem geringen Wärmeverlust zum Werkzeug.

Hoher Druck

Grundlage für jeden Spritzgussprozess sind Kunststoffgranulate. Sie werden zunächst aufgeschmolzen. Die Heißkanalsysteme pressen dann unter hohem Druck den „heißen“ Kunststoff in den Hohlraum der Werkzeuge.

Geliefert wird in nahezu alle Bereiche der Kunststoffindustrie. Firmengründer Herbert Günther, der sein Unternehmen 1983 mit zwei Mitarbeitern startete: „Unser wichtigstes Standbein sind kundenorientierte Sonderlösungen.“

Als Nischenanbieter produziert der Betrieb Heißkanalsysteme für die Fertigung von Kunststoffteilen mit Gewichten ab 0,018 bis 5.000 Gramm. Für Konstruktion und Fertigung bedeutet dies eine äußerst hohe Variantenvielfalt und erfordert eine hohe Flexibilität.

Bei den Konstruktionszeiten hat sich Wundersames getan: „Wir haben unsere Konstruktionszeiten von fünf Tagen auf nur noch zehn Minuten verkürzt“, bilanziert Geschäftsführerin Siegrid Sommer stolz. Wie das? Um Kundenwünsche schnell erfüllen zu können, wird  seit Mai 2006 die weltweit einmalige, speziell für Günther ausgeklügelte Software „Cadhoc“ eingesetzt. Mit ihr können Kunden über das Internet online Heißkanalsysteme selbst zusammenstellen.

Einer der Weltmarktführer

Was 1983 in einer kleinen Scheune mit zwei Mitarbeitern in Rennertehausen begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsstory. Das mittelständische Unternehmen zählt jetzt zu den zehn führenden Heißkanaltechnik-Unternehmen der Welt. Es gibt weitere Produktionsstätten in Chicago und Schanghai.

„Unseren Auslandsanteil wollen wir zudem noch deutlich erhöhen“, erläutert Herbert Günther. „Die Know-how-trächtigen Produkte werden aber weiterhin in Frankenberg produziert und dann zugeliefert“, betont Siegrid Sommer. Aktuell beschäftigt die Firma an diesem Standort 183 Mitarbeiter. Und es sollen noch mehr werden.

„Durch den Anbau einer neuen Halle wollen wir die Fertigungsfläche verdoppeln, die Produktionszahlen erhöhen“, berichtet der Firmenchef. Der Rohbau soll im Sommer 2008 stehen. „Dann werden wir auch weitere Mitarbeiter einstellen“, so Günther.

Gedacht ist an 30 hochqualifizierte Fachleute. Günther: „Wir wollen morgen noch besser sein  als  heute.“ 

Frauke Syring

 

Info: Günther Heißkanaltechnik GmbH

Das 1983 gegründete Unternehmen in Frankenberg/Eder zählt weltweit zu den führenden Betrieben für Heißkanalsysteme. Günther ist mit Tochterfirmen in Frankreich, Italien, Österreich, USA und  China  vertreten. Die Exportquote liegt bei 40 Prozent. Von den aktuell 183 Mitarbeitern in Frankenberg sind 17 Auszubildende.

www.guenther-hotrunner.com

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