Einkommen

Auch im Urlaub gibt es Lohn


Arbeitskosten: Es kommt auf jeden Euro an

Köln. Viele AKTIV-Leser kommen gerade aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurück. Schön war’s, viel Sonne, gutes Essen, eine Menge Spaß gehabt. Und das Beste am Urlaub: Obwohl wir nicht am Arbeitsplatz waren, hat der Arbeitgeber Lohn oder Gehalt pünktlich aufs Konto überwiesen.

Arbeitsfreie Tage werden vergütet, egal, ob wir Urlaub machen, mal ein paar Tage krank sind oder uns an einem Feiertag zu Hause ausruhen können.

Diese Zahlungen gehören zu den Arbeitskosten. Für jedes einzelne Unternehmen ist es wichtig zu wissen, wie sich Höhe und Zusammensetzung seiner Arbeitskosten von den Konkurrenz-Betrieben unterscheiden. Je niedriger sie ausfallen, desto besser sieht es für neue Aufträge aus. Es kommt auf jeden Euro an.

Die Arbeitskosten werden unterteilt in:

  • Direktentgelt für tatsächlich geleistete Arbeit (einschließlich leistungs- und erfolgsabhängiger Sonderzahlungen) und die
  • Personalzusatzkosten. Dazu gehören: Entgelt für arbeitsfreie Tage (einschließlich Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), Sonderzahlungen, Aufwendungen für Vorsorgeeinrichtungen (Sozialversicherungsbeiträge, Altersversorgung, Vermögensbildung) und sonstige Kosten.

Wettbewerbsfähigkeit steht oben an

Im Durchschnitt des Produzierenden Gewerbes kommen auf 100 Euro Bruttolohn knapp 30 Euro Personalzusatzkosten. Ralf Droßard, Fachmann des Statistischen Bundesamtes im Referat für Arbeitskosten: „Die Personalzusatzkosten in Deutschland gehen leicht herunter. Das liegt auch an den gesunkenen Beitragssätzen für die Arbeitslosenversicherung.“

So kommen im Durchschnitt der deutschen Betriebe pro Mitarbeiter jährliche Arbeitskosten in Höhe von 53.750 Euro zsammen. In der westdeutschen Metall- und Elektro-Industrie sind es sogar 61.220 Euro.

Die Arbeitskosten sind mit entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebes. Da ist jeder Euro weniger wirklich ein Plus. Denn in vielen Konkurrenzländern liegen die Arbeitskosten oft um die Hälfte niedriger als bei uns.

Da müssen wir bei unserem hohen Kostenniveau mit Top-Qualität, Termintreue und Super-Service punkten.

Jetzt spüren fast alle Unternehmen die Folgen der weltweiten Krise. Aufträge brechen weg. Viele Betriebe versuchen, mit Kurzarbeit die qualifizierten Mitarbeiter zu halten.

Und da gehen die Gedanken schon in Richtung der nächsten Tarifrunden. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tariflöhne reduziert werden. Krisenbedingt sind aber einige tarifliche Leistungen zu überprüfen.“

Tarifpolitische Vernunft

Den Gewerkschaften bescheinigt  Hundt in den zurückliegenden Jahren „tarifpolitische Vernunft, da die Lohnsteigerungen moderat ausgefallen sind“. Auch am Ende der anstehenden Tarifverhandlungen „müssen  angemessene Tarifvereinbarungen stehen“, sagt Hundt.

Wichtig für die Arbeitskosten:  Kranken- und Pflegeversicherung werden in diesem Jahr teurer.

Giesbert Wiegel

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