Nachwuchskräfte

Auch Hauptschüler haben eine Chance


Intensive Betreuung: Der angehende Zerspanungsmechaniker Steffen Jagels mit Ausbilder André Graf. Foto: GuS

Die Ausbildungssaison beginnt – Betriebe entscheiden jetzt über Lehrstellen für 2011

Bremen. „Ob online übers Bewerberportal oder konventionell per Brief: Der Weg ist egal. Hauptsache die Bewerbung ist ordentlich und entspricht formalen Anforderungen“, sagt Nina Oberreich, Ausbilderin bei ThyssenKrupp Krause in Bremen-Farge. Etwa 700 junge Menschen bewerben sich in diesen Tagen beim Sondermaschinenbauer. Davon werden 21 einen Ausbildungsplatz für das kommende Jahr erhalten.

Schriftliche Tests und Gespräche

Die norddeutsche Metall- und Elektro-Industrie ist eine der großen Ausbildungsbranchen. So beschäftigten die zu dem Arbeitgeberverband NORDMETALL gehörenden Unternehmen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen im vergangenen Jahr trotz Krise 35.000 Auszubildende. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder jede Menge Lehrplätze für qualifizierten Nachwuchs.

Die Unternehmen lassen sich das einiges kosten. Von der Lehrwerkstatt bei ThyssenKrupp Krause etwa kann so mancher kleine Betrieb nur träumen: Auf 450 Quadratmetern Fläche stehen acht Fräs-, fünf Bohrmaschinen, ebenso viele Drehmaschinen, eine Schleifmaschine und eine hydraulische Schlagschere.

Zwei freigestellte Ausbilder kümmern sich nur um die angehenden Zerspanungs- und Industriemechaniker. Insgesamt bildet die Firma in neun Berufen aus, bei drei davon in dualen Studiengängen.

Zurzeit sind 62 junge Menschen als Auszubildende eingestellt. Das entspricht einer Ausbildungsquote von rund 7 Prozent.

Wer viel investiert, will die Besten. „Wir wählen künftige Fachkräfte sorgfältig aus“, sagt Oberreich. Rund 300 Bewerber werden zu schriftlichen Tests und Gesprächen eingeladen. Am Ende steht der Ausbildungsplatz.

Zu denjenigen, die es im vergangenen Jahr geschafft haben einen Ausbildungsplatz zu erhalten, gehört Steffen Jagels. Der 22-jährige Abiturient wird Zerspanungsmechaniker und hat seine Wahl nicht bereut.

Vorab über den Beruf informieren

Im Gegenteil. „Hier nehmen sich die Ausbilder viel Zeit. Das gefällt mir gut“, betont er. Doch nicht nur Abiturienten haben Chancen. Ein guter Haupt- oder Realschul-Abschluss reicht für die meisten Ausbildungsberufe. Wichtig sind gute Noten in Mathe, Physik und Deutsch.

Räumliches Vorstellungsvermögen und eine vernünftige Allgemeinbildung sind ebenfalls hilfreich. „Wir erwarten von den Bewerbern, dass sie sich über unser Unternehmen und den angestrebten Ausbildungsberuf vorab informieren“, erklärt die Ausbilderin Oberreich.

Letztlich sei aber das Gesamtbild wichtig. „Sie oder er muss zu uns passen. Schließlich wollen wir es mindestens drei oder dreieinhalb Jahre miteinander aushalten.“

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Schlagwörter: Ausbildung

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