Kunststoff

Auch Bowling-Pins werden zum Volltreffer


Jäger-Gruppe: Nischen-Spezialist mit Tradition

Osterode. Bowler sprechen von Pin statt Kegel. Sie achten auf den satten Klang, wenn die Kugel den Bauch des Pins berührt. Sie wissen, dass der Pin genau 381 Millimeter hoch und 1550 Gramm schwer sein muss. Die Pin-Maße sind einheitlich, so will es der USBC (United States Bowling Congress).

„Vorschriften und Eigenschaften sind für uns ein Gesetz“, sagt Jörg Oppermann, Leiter der Qualitätssicherung der Optimer-Polymer-Technik GmbH in Osterode, eine der Töchter der Jäger-Gruppe.

Vor mehr als 30 Jahren hatte Firmen-Senior Arnold  Jäger die Idee, Bowling-Pins aus Vollkunststoff herzustellen. Kunststoff? Für Experten damals unvorstellbar, denn Pins mussten für sie aus uraltem, langsam gewachsenem nordischem  Ahornholz sein.

Langlebiger und pflegeleichter

Mit dem Bowling-Sport selbst hatte er eigentlich wenig im Sinn. Ihn reizte die Herausforderung, ein althergebrachtes Material durch „seine“ Werkstoffe wie Kunststoff und Kautschuk zu ersetzen – einen Pin aus Vollkunststoff. Bei gleichen Maßen und physikalischen Eigenschaften, aber deutlich langlebiger und pflegeleichter musste er sein.

Ende der 90er-Jahre war es so weit. Twister heißen die Pins, mit denen die Osteroder die amerikanische Bowling-Welt beeindruckte. Längst ist auch diese Innovation patentiert. Heute sind die Stückzahlen so groß, dass sich eine automatisierte Fertigung rechnet.

Die Optimer-Polymer-Technik gehört zur Jäger-Unternehmensgruppe (850 Mitarbeiter). Sie ist als weltweit agierender Partner im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau, in der Umwelt- und Agrartechnik sowie in der Erdölfeld-Erkundung zu Hause. Immer steht der Kunde im Mittelpunkt, er bekommt einwandfreie Produkte und komplette Entwicklungsdienstleistungen.

Das geht nicht ohne das Know-how der Mitarbeiter. Es hat sich seit Jahrzehnten in der Unternehmensgruppe entwickelt. „Deshalb ist Nachwuchspflege für uns keine Floskel. Ausbildung genießt innerhalb aller Firmen einen sehr hohen Stellenwert“, bekräftigt Geschäftsführer Dr. Andreas Jäger.

Gummiband und Fahrstuhl

47 Auszubildende werden in den Jäger-Unternehmen ausgebildet. Kein Wunder, dass Jäger auch auf der „IdeenExpo“ in Hannover vertreten war – 160.000 Schüler aus Niedersachsen kamen.

Wie verhält sich vorgespanntes Gummi, wenn es erwärmt wird? Es zieht sich zusammen. Aber wenn es gedehnt wird, gibt es Wärme ab.

Die Schüler lernten, dass die Zufuhr von Wärme Atome zu Schwingungen anregt, die die Längsdehnung der Molekül-Ketten reduzieren.

Die Auszubildenden von Jäger zeigten diese Technik an einem Fahrstuhl: Ein vorgespanntes Gummiband wird erwärmt.  Nun zieht sich das Gummiband zusammen und setzt den Lift in Gang.

Werner Fricke

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