Firmenkultur

„Auch andere gelten lassen“


Ein gemeinsames Ziel im Visier: Wenn alle an einem Strang ziehen, geht es gleich viel besser voran. Foto: Archiv

Was ZF Sachs und Grammer für bessere Teamarbeit tun

Schweinfurt/Amberg. Jeder für sich und alle gegen jeden? Sicher kein Erfolgsrezept! So sehen das auch Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie: Sie legen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter besonderen Wert auf deren Teamfähigkeit – egal ob sich ein Praktikant oder eine Führungskraft bewirbt.

„Weil unsere Produkte heute technisch so anspruchsvoll sind, treffen sich schon im Produktentstehungsprozess Fachkräfte aus ganz verschiedenen Bereichen“, erklärt etwa Holger Schuhmacher, Personalleiter bei ZF Sachs, Hersteller von Antriebs- und Fahrwerkkomponenten in Schweinfurt.

Kooperation ganz konkret

So sind an der Entwicklung eines Drehmomentwandlers für eine neue Getriebebaureihe Mitarbeiter aus Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung, Einkauf und Vertrieb beteiligt. Damit ein Produkt entsteht, das sich im internationalen Wettbewerb durchsetzen kann, ist eine funktionierende Zusammenarbeit enorm wichtig, betont Schuhmacher. „Auch die Ideen der anderen gelten lassen – das muss man können.“ Solche Projektgruppen werden bei ZF Sachs deshalb mit speziellen Trainings auf ihre Projekt- und Teamarbeit vorbereitet.

Zusammenarbeit muss auch im Tagesgeschäft gelingen. Zum Beispiel in der Produktion: Die Arbeitsschritte der Mitarbeiter einer Fertigungsgruppe greifen ineinander, sind oft minutengenau aufeinander abgestimmt. „Da muss jeder auch seinen Nachbarn unterstützen können, wenn es mal brennt“, fordert Schuhmacher. Also setzt sich jede dieser Gruppen einmal im Monat zusammen, um den Ablauf zu optimieren.

Im Alleingang läuft da also wenig. Doch wie erkennen Unternehmen, ob ein Bewerber die Fähigkeit zur Teamarbeit mitbringt? „Am besten zeigt sich das Teamverhalten in einer konkreten Arbeitssituation“, berichtet Patrick Moser, Leiter der Konzern-Personalentwicklung bei Grammer. Bei dem Amberger Hersteller von Fahrzeuginnenausstattungen hat Moser die Junior Expert Group – „jeg“ genannt – ins Leben gerufen: Einmal im Jahr werden zehn Studenten ausgewählt, vier Wochen lang ein Projekt zu bearbeiten.

„In der Zusammenarbeit der Projektteilnehmer mit den Grammer-Mitarbeitern zeigt sich rasch, wer gut im Team arbeitet“, stellt Moser fest.

Erfolgreiche Teilnehmer haben später gute Aussichten auf ein Auslandspraktikum oder eine Festanstellung. Doch auch wer nicht positiv auffällt, profitiert von „jeg“: Die Firma Grammer spendiert allen zehn Teilnehmern für zwei Semester die Studiengebühren.

Christine Arnold

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