Kräftige Hilfestellung

„Assistierte Ausbildung“ wird jetzt bundesweit angeboten

Na komm, du schaffst das! Jungen Leuten wird bald noch mehr geholfen. Foto: Plainpicture

Berlin. Die ersten Schritte ins Berufsleben: nicht immer leicht. So mancher Jugendliche hat schlechte Noten, Zoff mit den Eltern, Schulden – oder sogar Drogenprobleme. Damit es auch in solchen Fällen aufwärtsgeht, gibt es jetzt die „assistierte Ausbildung“.

Das entsprechende Gesetz ist seit Mai in Kraft, im kommenden Ausbildungsjahr können die ersten Hilfsbedürftigen starten. Zielgruppe sind besonders benachteiligte Jugendliche, die sonst keine Lehrstelle finden würden – und für die deshalb die „ausbildungsbegleitenden Hilfen“, die es schon länger gibt, keine Lösung wären. Damit ergänzt die assistierte Ausbildung viele regionale Initiativen der Wirtschaft.

Das Besondere: Ein Bildungsträger springt ein, er hilft den Jugendlichen zunächst, einen Betrieb zu finden. Dann unterstützt er Firma und Azubi genau dort, wo es Schwierigkeiten gibt. Zum Beispiel durch Nachhilfe, Schuldnerberatung oder Organisationstraining.

Die Bundesregierung will so mehr Jugendliche in eine Ausbildung bringen und Unternehmen unterstützen, die Problemkandidaten ausbilden. Wer aufgenommen wird, entscheiden die Berufsberater der Arbeitsagenturen.

„Ich kann mich auf Schule und Arbeit konzentrieren“

In Baden-Württemberg wird die jetzt bundesweit eingeführte Förderung schon seit 2009 angeboten. Davon profitiert zum Beispiel der gebürtige Rumäne Claudiu Mindreanu, der mit 17 Jahren nach Deutschland gekommen ist. Bei ihm hakte es mit der Sprache – bis er jeden Freitag Deutschunterricht bekam. Auch andere Probleme wurden ihm abgenommen: „Ich kann mich dadurch viel mehr auf Arbeit und Schule konzentrieren“, sagt der junge Mann.

Sein Ausbilder Matthias Blatz, Geschäftsführer der Firma Heidelberg iT, erklärt dazu: „Öfters ist man nicht nur Chef, sondern auch Vaterersatz.“ Deshalb begrüße er das moderne Förderinstrument.

Auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall lobt die assistierte Ausbildung: Sie sei eine Chance gerade für kleinere Betriebe, die im Wettbewerb um Ausbildungsbewerber oft ins Hintertreffen geraten.

Denn Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, wird laut Bundesinstitut für Berufliche Bildung immer schwieriger: 2014 seien bundesweit 37.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.


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