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Das Geheimnis strahlender Farben

Arkema in Zwickau ist Spezialist für Bindemittel

Wasser- und lösemittelbasierte Bindemittel – darum dreht sich alles bei Arkema Coatings Resins in Zwickau. Warum das für den Halt und die Strahlkraft von Farben wichtig ist, erklärt Produktionsleiterin Corinna Seifert.

Selbstbewusst: Corinna Seifert ist die stellvertretende Produktionsleiterin bei Arkema Zwickau. Foto: Deutsch

Selbstbewusst: Corinna Seifert ist die stellvertretende Produktionsleiterin bei Arkema Zwickau. Foto: Deutsch

Test: Toni Hutschenreuther (links) und Thomas Lübeck ziehen Proben. Foto: Deutsch

Test: Toni Hutschenreuther (links) und Thomas Lübeck ziehen Proben. Foto: Deutsch

Zwickau. Die dunkelgelbe Flüssigkeit im Glas, die Toni Hutschenreuther und Thomas Lübeck prüfend betrachten, bewegt sich träge. Die Farbe stimmt, die Konsistenz ebenfalls. Aber: „Zur genauen Prüfung geht die Probe jetzt ins Labor“, erklärt Corinna Seifert.

Die 35-Jährige ist die stellvertretende Produktionsleiterin bei Arkema Coating Resins in Zwickau. Im Glas befindet sich die Probe eines Zwischenprodukts, das erst nach bestandener Prüfung weiterverarbeitet werden darf.

„Wir stellen vor allem wasser- und lösungsmittelbasierte Bindemittel her und vertreiben sie“, berichtet Seifert. Bis zu 83.000 Tonnen im Jahr. Die wässrigen Dispersionen und Kunstharze werden beim Kunden etwa zu Lacken, Klebstoffen, Textilveredelungsstoffen, Innen- und Außenfarben weiterverarbeitet. Mehr als 100 verschiedene Produkte fertigt Arkema Zwickau.

Einzige Frau unter 80 Kollegen

„Bindemittel sorgen zum Beispiel dafür, dass sich im Lack die Pigmente und Füllstoffe gleichmäßig verteilen, damit der Lack beim Trocknen nicht vom Untergrund platzt“, sagt sie. Deshalb auch so viele Sorten: Jede Anwendung benötigt ganz spezielle Eigenschaften.

Hergestellt werden die Bindemittel mit komplexen chemischen Verfahren wie Polykondensation oder radikalischer Polymerisation. Was so dramatisch klingt, ist letztlich die Verbindung vieler kleiner Moleküle, sogenannter Monomere, zu großen Molekülen.

125 Beschäftigte hat das Werk in der sächsischen Automobil-Stadt, welches Arkema 2011 modernisiert übernommen hat. Rund 80 Mitarbeiter arbeiten in der Fertigung. Corinna Seifert ist dort die einzige Frau. „Kein Problem“, sagt sie lächelnd, „wir pflegen hier ein sehr kollegiales Verhältnis miteinander.“

1902 wurde hier das weltweit erste Kunstharz erfunden

Die ehemalige Chemielaborantin studierte nach eineinhalb Jahren im Beruf Chemieingenieurswesen. Seit 2013 ist sie als Prozessingeneurin im Betrieb. Der wurde 1878 als Leimfabrik gegründet. „1902 erfand der Chemiker Carl Heinrich Meyer hier das weltweit erste Kunstharz“, so Seifert. „Hier wurden beispielsweise auch die Bindemittel für Trabant-Lacke gefertigt.“

Der langen Tradition zum Trotz sieht man viele junge Gesichter auf dem großen Werkgelände. Und nächstes Jahr sollen wieder zwei neue hinzukommen: Arkema Coating Resins will einen Chemikanten und einen Chemielaboranten ausbilden.


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