Gießereien

Arbeitslos, Zeitarbeit, fester Job


Bei Harz Guss Zorge geht es aufwärts

Zorge. Langsam sucht sich das glühende Eisen seinen Weg in die Form. Es ist heiß in der Harz Guss Zorge GmbH. Das Unternehmen hat gut zu tun – fast wie in alten Tagen. Es gibt so viel Arbeit wie lange nicht mehr. Die Krise scheint überwunden zu sein. Weil inzwischen die Nachfrage der Kundschaft wieder kräftig angezogen hat, setzt das Unternehmen auf Zeitarbeit.

„Wir haben einen Auslastungsgrad von 85 bis 90 Prozent“, sagt Geschäftsführer Carsten Weißelberg. Harz Guss Zorge ist Zulieferer vor allem für den Nutzfahrzeug- und Maschinenbau. Jetzt gehören die Harzer zu denen, die besonders schnell aus der Krise gekommen sind. Während der Wirtschaftskrise 2009 musste das Unternehmen alle Zeitarbeiter entlassen. Auch die befristeten Verträge wurden nicht verlängert, um sofort Personalkosten zu sparen – eine Reißleine für den Krisenfall. „Um einen vollständigen Absturz zu verhindern“, sagt Weißelberg.

Der Weg hat sich gelohnt

Auch Christian Pallus war ein Opfer der Krise. Sein Zeitvertrag wurde nicht verlängert. Für den 27-Jährigen ist Arbeitslosigkeit eine Katastrophe – immerhin hat er eine Familie zu versorgen; seine Tochter ist erst fünf Jahre alt.

„Man steht erst einmal da und weiß gar nicht so recht, was man tun soll, weil man seine Existenz in Gefahr sieht“, erinnert sich Pallus. Jetzt, wo es der Wirtschaft bessergeht, hat Harz Guss Zorge den jungen Familienvater zurückgeholt. Zuerst war sein Arbeitsplatz sieben Monate lang im Versand. Seit November vergangenen Jahres ist er fest angestellt – und zwar unbefristet.

Für ihn hat sich der Weg über die Zeitarbeit gelohnt. „Am Anfang habe ich mich schlecht gefühlt, sag ich ganz ehrlich.“

Kein Kollege zweiter Klasse

Doch im Rückblick sieht er das Positive. „Zeitarbeit ist eine Chance, ein festes Arbeitsverhältnis zu bekommen. Hier in der Region gibt es nur wenige Jobs. Da sollte man jede Chance nutzen.“

Anfangs hatte Pallus befürchtet, dass man ihn als Zeitarbeiter nur als Mitarbeiter zweiter Klasse behandeln würde. „Aber als ich dann meine Arbeitskleidung mit meinem Namen bekam, war davon nichts zu spüren.“

Die Stimmung ist gut bei der Harz Guss, der Tiefpunkt der Krise überschritten – zumindest für den Moment. Geschäftsführer Weißelberg: „Die Zeichen am Markt sind natürlich noch nicht eindeutig. Deswegen rüsten wir uns für die nächsten Herausforderungen. Und das sind erst einmal volle Auftragsbücher.“

Inzwischen hat Harz Guss schon wieder fast 100 Zeitarbeiter eingestellt – zusätzlich zu den etwa 400 Festangestellten.

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