Kreuzfahrten

Arbeiter aus zehn Nationen auf der Großbaustelle


In nur 38 Tagen wurde aus der MS „Galaxy“ auf der Lloyd Werft „Mein Schiff“

Bremerhaven. „12 days to go“ – noch zwölf Tage, heißt es Mitte Mai auf einem kleinen gut sichtbaren Schild am Schiff. „Nervös?“ „Nein!“, lacht Sven May, der die Umbauarbeiten an dem 1996 auf der Papenburger Meyer Werft gebauten Schiff leitet.

Er muss kurz unterbrechen: Soll der Tank gespritzt werden? Bleibt dieses Gerüst noch stehen? Dann klingelt das Handy. Und wieder ist sein Rat gefragt. Und eine Entscheidung. Laufend treffen sich die leitenden Ingenieure zu kurzen Besprechungen im Container direkt am Schiff, zwei- bis dreimal täglich zu Meetings mit der Reederei. Eine Großbaustelle mit enorm hohem Koordinierungsaufwand.

Täglich arbeiten in der Endphase des Umbaus 100 bis 150 WerftMitarbeiter auf dem über 260 Meter langen Schiff. Insgesamt sind es „zwei bis zweieinhalb Tausend Arbeiter aus gut zehn Nationen!“, rechnet May vor, dabei sind alle Sub- und Partner-Unternehmer eingeschlossen.

Leistungsfähigkeit bewiesen

Alles muss jetzt klappen. „Das haben wir aber auch lange vorbereitet“, sagt der Projektleiter, der bereits sein achtes Kreuzfahrtschiff umbaut. Erst im vergangenen Dezember hat er die „Arcadia“ abgeliefert.

Und nun „Mein Schiff“, das als erstes Schiff der neuen Kreuzfahrtmarke TUI Cruises am 15. Mai in Hamburg getauft wurde.

Als Vier-Sterne-Plus-Schiff wird es mit deutschsprachigen Gästen zu Nord- und Ostseekreuzfahrten aufbrechen, im Herbst ins westliche Mittelmeer und im Winter in die Karibik. „Wir freuen uns natürlich, dass wir diesen prestigeträchtigen Auftrag bekommen haben“, sagt Werner Lüken, Geschäftsführer der Lloyd Werft.

Gegen nationale und internationale Konkurrenz. „Damit können wir die Leistungsfähigkeit in unserem Kerngeschäft, Umbau und Modernisierung von Kreuzfahrtschiffen, erneut unter Beweis stellen.“

Wichtigster Umbaupunkt für die Lloyd Werft: der Anbau beziehungsweise die Vergrößerung von 402 Balkonen.

Highlights im Traumurlaub

Damit das Schiff trotz des zusätzlichen Gewichts nicht ins Schlingern gerät, wurde der Anbau eines sogenannten Ducktails (Entenschwanz) erforderlich. Dieses 340 Tonnen schwere Stahlgewicht am Heck sorgt für die nötige Stabilität. Das Grand Foyer, die TUI-Bar, das Steakhaus mit Vinothek und die Blaue-Welt-Bar sind weitere Highlights auf dem Weg zum Traumurlaub, der Freiraum, Entspannung und einen aufmerksamen, persönlichen Service verspricht.

Silke Sackmann

Info: „Mein Schiff“

264 Meter lang

32 Meter breit

21,5 Knoten Reisegeschwindigkeit

13 Decks

974 Kabinen, davon

430 mit Balkon/Veranda

1960 Passagiere

780 Besatzungsmitglieder

4 Restaurants, 6 Bistros,

10 Bars, Außendeck-Fläche 

1.2000 Quadratmeter lUmbaukosten:

50 Millionen Euro

 

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