Berufseinstieg

Arbeiten ist „voll cool“


Freud und Leid im ersten Jahr: Azubis berichten von ihren Erfahrungen

Frankfurt. „Was erwartet uns?“ Diese Frage stellen sich rund 1.500 junge Menschen, die jetzt einen der 50 Ausbildungsberufe der Chemischen Industrie in Hessen ergreifen. Die Antwort kennen Azubis, die das erste Lehrjahr absolviert haben. Lesen Sie mal: l„Der Beruf ist voll cool, das habe ich vorher gar nicht gewusst“, erzählt Maximilian Fränkel (17), der angehende Chemikant bei dem im Industriepark Höchst ansässigen Unternehmen „Provadis, Partner für Bildung und Beratung“.

Apparate steuern, Kunststoff schweißen, Glasapparate aufbauen, das gefällt ihm gut. Schwerer ist der lange Arbeitstag: „Ich bin im Ruderverein, Regatten und Trainingszeiten lassen sich nicht mehr so leicht einplanen.“ Die unterschiedliche Dauer von betrieblichem Urlaub und Schulferien findet er „schon krass“.

Sein Tipp: „Dem Ausbilder gut zuhören, sonst fehlen einem schnell die Grundlagen!“

Thomas Bauer (20), Chemielaborant bei der Chemie- und Pharma-Firma Merck in Darmstadt, hat mit der Arbeitszeit kein Problem. „Das ist eine Sache der Einstellung“, sagt er. „Durch die praktische Arbeit vergeht der Tag schnell.“ Dabei achtet er auf Ausgleich: „Auch wenn ich viel lernen muss, lege ich bewusst Pausen ein, treffe Freunde oder spiele Gitarre.“

Träume erfüllen mit dem ersten Gehalt

Über das erste selbst verdiente Geld freut sich der Hobby-Musiker besonders: „Früher musste ich jahrelang auf ein Instrument sparen. Jetzt kann ich mir so einiges leisten.“

Sein Tipp: „Den Ausbildungsplatz bekommen heißt nicht, dass man es geschafft hat. Also auf den Hosenboden setzen und was tun. Jetzt geht es um die eigene Zukunft!“

„Am Anfang waren die Sicherheitsschuhe echt unbequem“, erinnert sich Sebastian Meier (21), Kunststoffformgeber im dritten Lehrjahr bei Kunststofftechnik-Spezialist Elkamet in Biedenkopf. „Aber man gewöhnt sich schnell dran.“ Die wechselnden Tätigkeiten gefallen ihm sehr gut.

Sein Tipp: „Viel fragen, die Kollegen helfen gerne. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies ein Beruf mit Schichtdienst ist. Für mich ist das in Ordnung.“

„Die Arbeit macht mehr Spaß als die Schule“, meint Julia Brückner (20), angehende Biologielaborantin beim Pharma-Hersteller Sanofi-Aventis in Frankfurt. Ihr gefällt, dass sie bereits viele Aufgaben selbstständig erledigen darf. Schwer fiel ihr der Ortswechsel: „Für meinen Traumberuf bin ich aus Oldenburg hergezogen. Die Umstellung ist nicht leicht.“

Ihr Tipp: „Immer so gut arbeiten, wie man kann und sich richtig reinhängen. Dann klappt’s gut.“

Berufsstart: So geht es leichter

Sechs Tipps für Azubis von Anke Marrwitz, Ausbilderin bei „Provadis, Partner für Bildung und Beratung“ im Industriepark Höchst.

Pünktlichkeit: „Der Tag beginnt zeitig, bei uns um 7 Uhr. Jeder sollte vorab überlegen, wie er pünktlich zum Arbeitsplatz kommt. Den Weg von der Haltestelle oder dem Parkplatz bis in den Betrieb mit einkalkulieren. Rechtzeitig aufbrechen, dann beginnt der Tag entspannt.“

Sicherheit: „Arbeitskleidung, Schutzhelm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe sind in den meisten Betrieben Pflicht. Das ist am Anfang eigenartig. Da sie aber alle tragen, gewöhnt man sich schnell daran.“

Ordnung: „Arbeitsplatz und Fußboden hält jeder selber sauber, vom Azubi bis zum Facharbeiter. Wer ordentlich ist, hat es leichter.“

Energie: „Das Arbeitsleben funktioniert anders als die Schule. Gerade der körperliche Einsatz ist abends spürbar. Ruhig mal früher schlafen gehen.“

Durchhalten: „Workshops und verschiedene Themen machen den Berufseinstieg spannend. Aber auch ‚trockenen Stoff’ büffeln oder praktische Übungen wiederholen gehört dazu. Am Ende lockt ein interessanter Beruf mit breitem Einsatzspektrum.“

Teamgeist: „Ein gutes Arbeitsklima und nette Kollegen helfen über so manche Hürde hinweg. Flexibel sein, zuhören, sich ins Team einbringen – dann macht die Lehre allen Freude.“

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Schlagwörter: Ausbildung

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