Kleine Scheiben fürs große Kino

Anlagen von Singulus pressen Discs in der ganzen Welt

Kahl am Main. So kommt der „Hobbit“ ins Wohnzimmer-Kino: Die Firma Singulus Technologies stellt Anlagen zur Fertigung von CDs, DVDs und hochauflösenden Blu-Ray-Scheiben her. Mit der Technik können wir Blockbuster wie den Fantasy-Dreiteiler aus Mittelerde zu Hause schauen – in Top-Qualität, inklusive Extras von den Dreharbeiten.

Der Spezialist für Vakuum-Beschichtungen mit 400 Mitarbeitern ist weltweit Marktführer für Maschinen und Anlagen, die Filme und Computerspiele millionenfach vervielfältigen. Bis zu 40.000 Discs am Tag kann eine Anlage produzieren.

Die Franken sind vorne dran: Singulus ist der einzige Anbieter, der die Technik zur Produktion neuer, ultra-hochauflösender Blu-Ray-Discs besitzt, das ist die nächste Generation optischer Speichermedien. Statt zwei haben sie drei Schichten, um Daten abzulegen. „Das ergibt 100 Gigabyte“, sagt Stephan Hotz, Marketing- und Verkaufsleiter von Singulus: „Zehnmal so viel Speicherplatz wie eine DVD.“

Auf den Scheiben ist genügend Platz für Filme im „Ultra High Definition Format 4K“, das manche TV-Geräte bereits abspielen können. Um scharfe Bilder, leuchtende Farben und guten Klang auf die blitzenden Scheiben zu bekommen, sind ein Dutzend Produktionsschritte nötig. Los geht’s mit Spritzguss. Hotz: „Das ist wie Waffelnbacken.“ Erst werden Kunststoffkügelchen geschmolzen. Dann wird die gut 300 Grad Celsius heiße Masse mit hohem Druck in eine Form gespritzt.

Gegenüber auf der „Pressmatrize“ sind auf winzigen Verformungen, sogenannten Pits, die Daten für den Film gespeichert. Die Pits werden, wie die Spitzen des Waffeleisens, in die weiche Kunststoffscheibe gedrückt. Die zweite und dritte Speicherschicht folgen, ebenfalls durch Prägen, diesmal in nassen Lack. Dazwischen wird jeweils eine dünne Silberschicht aufgebracht. Sie reflektiert den Laserstrahl, mit dem das Abspielgerät später die Daten liest. Obenauf kommt ein Schutzlack, damit die Scheibe nicht verkratzt.

Hauchdünne Beschichtungen braucht man auch in der Solar – und Halbleiter-Industrie, weitere Geschäftsfelder von Singulus. Etwa für Solarzellen, die in der Dämmerung noch Strom produzieren und Silizium-Wafer, aus denen sparsame, magnetische Speicher für Handy und PC werden.


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