Fachmann für guten Geschmack

Albert Ostermaier entwickelt seit 35 Jahren Kaffeeautomaten für Bosch Siemens Hausgeräte


Tröpfchen für Tröpfchen: Albert Ostermaier findet immer noch Details, die sich verbessern lassen. Links ein durchsichtiges Modell einer Brüheinheit. Foto: Schulz

Albert Ostermaier entwickelt für die BSH Kaffeeautomaten

Traunreut. Schwarz mit goldbraunem Schaum, der die ganze Oberfläche bedeckt: So schmeckt es Albert Ostermaier am besten. „Wenn die Crema zu dunkel ist und in der Mitte der Kaffee durchscheint, kann es sein, dass er zu heiß gebrüht wurde und bitter schmeckt“, sagt der Fachmann.

Schwärmen wie ein Weinkenner

Der 55-jährige Ostermaier ist ein Spezialist mit viel Erfahrung. Schon seit 35 Jahren tüftelt er für die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH an Kaffeevollautomaten.

In seiner oberbayerischen Heimatregion am Chiemsee, im Werk Traunreut, entwickelt die BSH in ihrem „Kaffee-Kompetenzzentrum“ Maschinen, die geröstete Bohnen in das schwarze Getränk verwandeln.

„Man muss sich schon für Kaffee begeistern und den Job nicht nur als technische Aufgabe sehen“, sagt Ostermaier. Ähnlich wie ein Weinkenner kann er viel über Aroma-Stoffe und den Geschmack von feiner Säure erzählen – oder auch über die Süße von Milch.

Der gelernte Industriemechaniker, der sich später zum Maschinenbautechniker weitergebildet hat, ist als Entwicklungsingenieur beschäftigt und Spezialist für die sogenannte Brüheinheit.

Das Besondere dieses Bauteils: „Es entscheidet über den Geschmack des Kaffees – genauso wie das Mahlwerk und die Heizung zum Erhitzen des Wassers“, so Ostermaier. In der Brüheinheit wird das aus dem Mahlen der Bohnen gewonnene Pulver zunächst mit kräftigem Druck „verpresst“.

Das erledigt ein gefederter T-Kolben. Würde das Pulver nicht fest zusammengedrückt, könnte anschließend das heiße Wasser schnell durchfließen. „Dann wäre der Kaffee viel zu dünn“, erklärt der Kenner.
Wenn der Druck stimmt – was haben die Entwickler dann überhaupt noch zu tun? „Im Detail gibt es immer noch Spielraum für Verbesserungen“, berichtet Ostermaier. „Wir arbeiten zum Beispiel daran, dass die Maschinen immer leiser werden.“ Geräusche wie Knarzen und Knacken, die etwa beim Verpressen entstehen, sollte man am besten gar nicht hören.

Zum Künstler an der Maschine geschult

Und Effizienz ist auch für diese Geräte ein wesentlicher Punkt: weniger Verbrauch von Kaffeebohnen, von Wasser, Strom und Material. „Wir versuchen, da und dort noch ein paar Millimeter vom Kunststoff abzuknapsen“, erzählt Ostermaier. Die Brüheinheit besteht vor allem aus lebensmittelechtem und stabilem Kunststoff, der sich geschmeidig bewegen lässt.

Das wichtigste Ziel bleibt allerdings: aus Bohnen das Optimale herausholen. Wie Kaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato schmecken muss, weiß Ostermaier ganz genau. Schließlich hat er eine Schulung zum Barista gemacht. So heißen in den italienischen Bars die professionellen Zubereiter von Kaffee. Sie gelten als wahre Künstler an der zischenden Maschine.

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Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Zahlenkolonnen sind nicht das Meine. Während der Ausbildung zum Industriemechaniker bei der BSH in Traunreut fand ich die Vielfalt vom Werkzeugbau bis zur Oberflächen­behandlung hochinteressant.

Was reizt Sie am meisten?

Immer zu tüfteln, um Details zu verbessern. Und das Schöne: Erfolge gibt es manchmal schon nach wenigen Tagen.

Worauf kommt es an?

In den Diskussionen im Team seine Ideen durchzusetzen. Dafür muss man ab und zu auch hartnäckig sein.

Unternehmen in diesem Artikel

BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Fabrik Traunreut

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BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Fabrik Traunreut
Werner-von-Siemens-Straße 200
83301 Traunreut

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