Immer unter Strom

Akkus für fast jede Gelegenheit


Karlstein. Heckenscheren und Rasentrimmer: Mit dem Ausrüsten von elektrischen Gartengeräten hat für den Akku-Hersteller BMZ einst alles angefangen. Heute, knapp 20 Jahre später, ist das Unternehmen in Karlstein nahe Aschaffenburg nach eigenen Angaben der mit Abstand größte Hersteller von LithiumIonen-Akkus in Europa.

500 Mitarbeiter in Deutschland und 700 in Polen, China und den USA verbauen rund 80 Millionen Batterie-Zellen im Jahr. Die versorgen Staubsauger, Bohrmaschinen, Kettensägen, elektrische Rollstühle – eigentlich alles, was ohne Kabel auskommen soll.

Hinter der Vielfalt steckt Strategie: Einzelne Märkte und Kunden haben kein zu großes Gewicht für BMZ. „Ich bin gerne unabhängig“, sagt Sven Bauer, der Gründer, Eigentümer und Chef der Firma.

Deshalb lotet BMZ ständig neue Einsatzmöglichkeiten aus. Die Firma bietet bereits rund 4.000 Akku-Varianten an. Etwa 200 kommen jedes Jahr hinzu. Manche bestehen nur aus einer Batterie-Zelle, andere haben mehr als 100.
Aus dem größten aller Geschäfte hält sich das Unternehmen allerdings raus: BMZ-Akkus finden sich weder in Laptops noch in Handys. „Das erledigen die Giganten aus Asien, die spielen in einer anderen Liga“, erklärt Bauer.

„Wir würden schon mit wenigen Aufträgen unsere Fertigung auslasten und könnten nichts anderes produzieren.“ BMZ begnügt sich überwiegend mit kleineren Stückzahlen.

65 Entwickler arbeiten daran, die Akkus zu verbessern und maßgeschneiderte Batterie-Pakete für neue Anwendungen zu zimmern. „Jedes Produkt hat eigene Anforderungen“, sagt Bauer. Man müsse etwa immer Leistung und Lebensdauer gegeneinander abwägen.

Einer der neuen hoffnungsvollen Geschäftsbereiche ist das E-Bike. BMZ rüstete mit seinen Akkus im vergangenen Jahr rund 350.000 Fahrräder mit Elektromotor aus. Auch mit Herstellern von Gabelstaplern kommt man langsam ins Geschäft.

Beim normalen Elektro-Auto ist man noch zurückhaltend

Eher skeptisch ist Bauer für Elektro-Autos – zumindest momentan. „Noch sind sie in der Anschaffung dreimal so teuer wie Wagen mit Verbrennungsmotor“, argumentiert er. Im Einzelfall könnten sich E-Mobile allerdings trotzdem lohnen.

So hat die Deutsche Post heuer ein Pilot-Projekt mit Elektro-Autos in Bonn ge­startet. Bis Dezember sollen sich 50 speziell entwickelte Fahrzeuge im Alltagsbe­trieb bewähren. An Bord: Akkus von BMZ.

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