Fettnäpfchen-Falle Firmenparty

Acht goldene Benimm-Regeln für die Weihnachtsfeier

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Fast zehn Prozent aller Arbeitnehmer haben durch Fehlverhalten bei einer Betriebsfeier schon mal ihrer Karriere geschadet. Vier Prozent verloren deshalb sogar ihren Job. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer weltweiten Online-Umfrage des Karriereportals Monster. Die Zahlen zeigen, dass gerade bei Firmenpartys Vorsicht angesagt ist. Und das gilt vor allem für die oft glühweinseligen Weihnachtsfeiern, die derzeit überall stattfinden.

Hier acht goldene Regeln, wie Sie auf Ihrer Weihnachtsfeier mit einem guten Eindruck glänzen.

Regel 1: Hingehen

Als Erstes gilt: Wer die Teilnahme an der Weihnachtsfeier verweigert, sollte dafür gute Gründe angeben. Einfach nicht kommen? Das setzt ein unter Umständen fatales Signal – gegenüber dem Chef wie den Kollegen. „So jemand beleidigt den Gastgeber und entlarvt sich als eigenbrötlerisch“, sagt Business-Coach Jochen Mai, Autor der „Karrierebibel“. Wenigstens 30 Minuten sollte man sein Gesicht auf der Feier schon zeigen, meint der Experte. Und zwar kein miesepetriges: „Kauern Sie bitte nicht schweigend und schmollend in der Ecke, mäkeln Sie nicht über das Essen oder die Stimmung. Und sehen Sie auch nicht dauernd auf die Uhr.“

Regel 2: Angemessen kleiden

Wer noch neu im Betrieb ist und sich fragt, welche Kleiderordnung bei der Weihnachtsfeier gilt, sollte als Erstes die erfahrenen Kollegen fragen. Wenn die nicht helfen können und keine ausdrücklichen Vorgaben in der Einladung gemacht werden, ist man mit einem Anzug oder auch der Kombination einer gepflegten Jeans mit Sakko relativ sicher. Eine Krawatte kann man einstecken oder im Zweifel auch wieder ablegen, wenn man sich „overdressed“ fühlt. Außerdem sollte man beachten, an welchem Ort die Feier stattfindet – schließlich ist eine bunt dekorierte Produktionshalle etwas anderes als ein gediegenes Restaurant. Entscheidend ist, sich dem üblichen Rahmen anzupassen, denn: „Zu den Pflichten eines Gastes gehört es, durch das Erscheinungsbild zu einem harmonischen Ambiente beizutragen“, sagt die Stil-Trainerin Christina Tabernig.

Regel 3: Beim Trinken Maß halten

Diese Regel ist einfach, aber vielleicht manchmal schwer einzuhalten. Man sollte sich einfach bewusst machen, welche Folgen ein allzu starker Rausch haben kann, meint Business-Coach Carolin Lüdemann, Autorin des Buches „Der kleine Business-Knigge – Wie Sie Fettnäpfchen im Berufsalltag umschiffen". Sie erinnert an einen guten alten Grundsatz: „Ein Schlückchen in Ehren kann niemand verwehren.“ Aber: „Sehr viel mehr sollte es nicht sein. Wer nach mehreren Gläsern Wein torkelnd unterwegs ist, blamiert sich – wer nach mehreren Gläsern Alkohol noch aufrecht steht, macht sich aber auch verdächtig!“

Regel 4: Kommunikativ sein

Ein zu hoher Alkoholpegel hat bekanntermaßen erhebliche Folgen für das zwischenmenschliche Verhalten. Und gerade die Art der Kommunikation ist bei der Weihnachtsfeier ganz besonders bedeutsam, sagt Carolin Lüdemann: „Wer stets mit den Kollegen zusammengluckt, die man ohnehin jeden Tag sieht, zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Stattdessen gilt es, das Gespräch gerade auch mit denjenigen zu suchen, die nicht tagtäglich um einen sind.“ Gespräche zu initiieren und Kontakte zu knüpfen bedeute eben, zum Gelingen der Feier beizutragen. Man zeige auf diese Weise soziale Kompetenz, meint die Expertin, und diese Fähigkeiten sind heute im Beruf eben ganz besonders wichtig.

Regel 5: Auf die richtige Art kommunikativ sein

Nach Ansicht der Benimm-Experten lauert eine der größten Gefahren in allzu großer Lockerheit: Man wähnt sich in einem privaten Rahmen und vergisst, dass man auf einer Betriebsveranstaltung ist. Deshalb sei es besonders wichtig, Job-Themen möglichst ganz zu umschiffen. Von der eigenen Überlastung zu sprechen, über Kollegen oder den Chef zu lästern oder über die eigene Zukunft im Unternehmen laut nachzudenken – alles keine guten Ideen für eine Weihnachtsfeier. Auch gesundheitliche Probleme oder Schwierigkeiten in der Ehe sind keine passenden Themen.

Regel 6: Nicht zu kommunikativ sein

Am schlimmsten können die Konsequenzen sein, wenn man all die vorher genannten Regeln missachtet und dann auch noch die alte Schwäche für die Kollegin aus der Buchhaltung plötzlich wiederentdeckt. Abgesehen von persönlicher Katerstimmung am nächsten Tag drohen ernsthafte Folgen im Job. Denn intimes Fehlverhalten bei einer Betriebsfeier hat schon manchen ebendiesen gekostet. Eherner Grundsatz: Es ist eben eine Betriebsveranstaltung und keine private Party. Das hat im Übrigen den Vorteil, dass man auf der Weihnachtsfeier ebenso versichert ist wie bei der Arbeit selbst.

Regel 7: Nicht alles für bare Münze nehmen

Natürlich gibt es immer wieder Dinge bei solchen Feiern, die man hinterher vielleicht doch nicht so gemeint haben will. Das kann dem Chef selbstverständlich auch passieren. Beispiel: Er bietet einem Mitarbeiter das „Du“ an. Die Benimm-Experten empfehlen, dies erfreut anzunehmen, aber am nächsten Tag erstmal die direkte Anrede zu vermeiden und abzuwarten, ob die neue Vertraulichkeit denn auch Bestand hat. Geht der Vorgesetzte dann doch wieder zum „Sie“ über, dann sollte man sich daran auch ohne ein weiteres Wort halten.

Regel 8: Höflichkeitsregeln auch bei höherem Pegel einhalten

Die gute alte Schule der Höflichkeit bietet sowieso den besten Schutz vor Karrierefallen bei der Weihnachtsfeier. Carolin Lüdemann kritisiert, dass „Mitarbeiter viel zu oft sang- und klanglos von den Feierlichkeiten verschwinden“. Wer in Aufbruchstimmung sei, der „verabschiedet sich vom Chef und bedankt sich bei ihm für die gelungene Feier“. Dann kann man mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, Spaß gehabt zu haben – ohne seiner beruflichen Zukunft zu schaden.


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