Das können andere besser

ABM Greiffenberger liefert seine E-Motoren nicht mehr selbst aus


Marktredwitz. Ein kurzer Blick auf den Übergabezettel. Ab jetzt trägt Andreas Sieber die Verantwortung für die Elektromotoren. Er verpackt sie vorsichtig, klebt den großen Karton zu, schiebt ihn in Richtung Lkw-Rampe. Und ab damit!

Sieber arbeitet für das Logistik-Unternehmen Geis in Bad Neustadt (Unterfranken). Mit seinen Kollegen ist er regelmäßig im Montagewerk von ABM Greiffenberger im oberfränkischen Marktredwitz im Einsatz. Der Hersteller von Elektromotoren und Getrieben hat den externen Dienstleister verpflichtet – per Werk­vertrag.

Seit vier Jahren organisiert ABM den Versand seiner Produkte nicht mehr selbst. „Das war damals eine grundsätzliche und strategische Entscheidung“, erklärt Nils Olaf Lewe, der kaufmännische Leiter des Unternehmens. „Unsere Kernkompetenz sind die Entwicklung und Herstellung von Antriebssystemen – nicht der Versand“, sagt er. „Das machen Spezialisten effizienter.“

Die Beschäftigten beider Firmen arbeiten seitdem zusammen. Die Verantwortungsbereiche sind klar definiert – aber präzise miteinander verzahnt. „Das hat sich gut aufeinander eingespielt“, sagt Gerhard Lerch, für den Materialfluss von ABM verantwortlich. Die Firma, die rund die Hälfte ihrer Produkte exportiert, profitiert von der Erfahrung des Logistik-Partners.

Der hat etwa die Verpackungsvorschriften aller Länder im Blick. „Das ist aufwendig“, berichtet Lerch. „Ständig ändert sich da etwas.“

Für die eigenen Mitarbeiter in der Logistik hat ABM vor vier Jahren neue Aufgaben in der Montage gefunden. Entlassungen gab es nicht.

Werkverträge ergänzen die eigene Wertschöpfung

Wertschöpfungsketten ständig zu verbessern hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben und so Jobs zu sichern. Das gilt für die gesamte bayerische Metall- und Elektro-Industrie. Sie hat ihre Stammbelegschaft in den vergangenen Jahren ausgebaut.

ABM nutzt die Arbeitsteilung außer bei der Logistik auch in kleinerem Umfang fürs Lackieren. Die 400 Kilogramm schweren Antriebe für Windkraftgondeln etwa sind zu groß für die eigene Lackiererei. Weil sich eine neue Anlage aufgrund der zu geringen Stückzahlen nicht lohnt, werden diese Arbeiten an einen externen Partner vergeben.

„Werkverträge sind insgesamt von großer Bedeutung für uns“, sagt der kaufmännische Leiter Lewe. „Wir können so unsere Wertschöpfung in einzelnen Bereichen sinnvoll ergänzen und uns noch besser auf unsere Kernkompetenzen konzen­trieren.“

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Werkvertrag: Was steckt dahinter?

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