Keine ist wie die andere

Abfüllanlagen von Hermann Waldner werden nach Kundenwunsch gefertigt

Wangen. Katzen- und Hundefutter in Tüten, Frischkäseaufstrich in hübschen Schachteln, Asthma-Sprays originalverpackt, Fruchtprodukte oder Pharmaerzeugnisse – was heute in Supermärkten und Apotheken zu haben ist, wäre ohne „Dosomat“ und „Process Systems“ wohl kaum vorstellbar.

Schon seit 1957 steht der Name Dosomat weltweit für hochkomplexe Abfüllanlagen und Verpackungsmaschinen aus Wangen im Allgäu. Dort entwickelt und produziert die zur Waldner Holding gehörende Hermann Waldner GmbH mit 350 Mitarbeitern.

Die Sonderanlagen und Behälter der Sparte Process Systems werden beispielsweise zum Kochen von Fruchtzubereitungen eingesetzt. Betriebsleiter Roman Bachmann erklärt das beim Rundgang. „Das ist eine Multifunktionshalle“, so beschreibt er den Ort, an dem die Einzelteile zu ganzen Anlagen zusammengeführt werden. „Bei uns gibt es keine Serienfertigung“, so Bachmann.

Je nachdem, was hinter den etwa 25 parallel laufenden Projekten steckt, arbeiten die Industriemechaniker, Mechatroniker, Konstrukteure, Behälter- und Apparatebauer, Elektro- und Steuerungsfachleute an ganz unterschiedlichen Maschinen.

Je nach Aufgabe werden Arbeitsgruppen neu zusammengestellt

Das eine Mal ist es eine kleine Verpackungsmaschine, die zum Abfüllen vieler verschiedener Produkte schnell umgerüstet werden kann. Das andere Mal entsteht hier eine ganze Abfüllstraße, bei der bald Zigtausende Becher pro Stunde vom Band laufen.

„Das bedeutet für jeden Mitarbeiter, dass er sehr flexibel sein muss“, ergänzt Bachmann. Geschäftsführer Karl Angele sieht in dieser Vielfalt „eine tolle Motivation“. Denn: Nicht nur was die beruflichen Herausforderungen angeht, auch in Sachen Teamfähigkeit sind die Facharbeiter gefordert: Je nach Aufgabe werden die Arbeitsgruppen neu zusammengestellt.

Betriebsleiter Bachmann sieht den Schlüssel zu dieser Teamfähigkeit in der eigenen Ausbildung. „Bei unseren Azubis geht es nicht nur um Fertigkeiten, sondern auch um das Waldner-Gefühl.“

24 junge Menschen feilen, bohren oder fräsen denn auch gleich neben der Multifunktionshalle in der eigenen Werkstatt, die Ausbilder Josef Schattmaier unter sich hat. „Bei uns gibt es in der Benotung keinen Dreier“, sagt er. „Entweder die Arbeit passt, oder sie passt nicht.“ Vielleicht gerade wegen des hohen Anspruchs bewerben sich bei der Waldner-Gruppe jährlich rund 500 Schulabgänger auf 25 Plätze in 15 Ausbildungsberufen.

Laut Personalchef Wolfgang Sailer sichert der hohe Stellenwert der eigenen Ausbildung auch die Zukunft des Unternehmens: „Wir müssen uns wegen des Fachkräftemangels keine Sorgen machen“, sagt er.

Das gilt auch für die Nachfrage, so Geschäftsführer Angele: „Solange sich die Pharma- und Nahrungsmittel-Industrie stets neue Produkte einfallen lassen, werden wir als Spezialist unseren Kunden perfekte Lösungen für die neue Aufgabe anbieten können.“


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