Menschen

Abenteuer am Computer


Der Unternehmer und sein Produkt: Karl Berger mit virtuellen Geschäftspartnern. Foto: Schulz

Karl bergers Firma entwickelt Lernprogramme

München. Schon mit 17 hatte sich Karl Berger als Unternehmer versucht. Doch der Schüler scheiterte mit seinem Blumenladen – ohne kühlen Lagerraum klappte es mit dem Geschäft nicht.

37 Jahre später kann Berger über solche Anfängerfehler nur lachen. „Mir war aber schon damals klar, dass ich mich irgendwann selbstständig machen will.“

1999 war es so weit: Da gründete der Diplom-Betriebswirt die Beratungsfirma People at Work AG. Nach zuvor fast 18 Jahren in zwei amerikanischen IT-Konzernen – als Vertriebsspezialist für die deutschsprachigen Märkte.

People at Work verkaufte Berger später. Seit September 2007 gibt es sein zweites Unternehmen: die Core-Competence GmbH in München. Sie entwickelt und verkauft Computerprogramme für „Adventure-based Learning“. Hinter der englischen Bezeichnung verbirgt sich ein Trainingskonzept für Mitarbeiter im Vertrieb und Service.

Stundenlanges Durcharbeiten von trockenem Stoff am PC oder Laptop war gestern. „Wir verführen die Teilnehmer zum Lernen – mit Abenteuern am Bildschirm“, sagt Berger. Um immer Neues zu erleben, müssen Aufgaben gelöst werden. „Das macht den Reiz aus und sorgt für Spannung.“

In der Südsee für Coca-Cola unterwegs

Mit üblichen Computerspielen wie „World of Warcraft“ oder „Fifa 2010“ hat das aber nichts zu tun. Bergers Unternehmen entwickelt für jeden Kunden ein spezielles Lernprogramm.

Zum Beispiel für Coca-Cola Deutschland. Vertriebsmitarbeiter des Getränke-Herstellers schlüpfen in die Rolle eines Kapitäns. Mit ihrem Segelschiff reisen sie von Insel zu Insel und versuchen an jedem Ziel, die Bewohner von den Vorzügen ihres Angebots an Durstlöschern zu überzeugen.

Oder für die Telekom: Service-Mitarbeiter bekommen am Computer Technik-Wissen vermittelt, um Telefonanlagen zu installieren. Während sie diese Arbeit bei einem virtuellen Kunden dann gleich erledigen, meldet sich eine erboste Frau wegen einer Reklamation. Später kommt auf dem Bildschirm ein Nachbar dazu und wünscht eine Produktberatung. Gespür und Verhandlungsgeschick sind gefragt.

Die deutsche Tochtergesellschaft des Software-Riesen Microsoft gehört ebenfalls zu Bergers Kunden. Und auch immer mehr mittelständische Firmen. Insgesamt sind es rund 30 Geschäftspartner – mit steigender Tendenz. Was den Unternehmer freut: „Wir wachsen schnell.“

Für dieses Jahr rechnet er damit, dass sich der Umsatz verdreifacht. Zu den zehn Mitarbeitern sollen bis zum Jahresende vier oder fünf hinzukommen.

Bergers Erklärung für den Geschäftserfolg: „Was wir machen, macht sonst keiner.“ Amerikanische Computerspiele-Hersteller hätten zwar begonnen, Lernprogramme für Unternehmen zu entwickeln. „Doch die müssen sich erst das Wissen über Verkaufsstrategien oder Service-Angebote aneignen“, berichtet Berger. „Für uns ist das seit langem die Kernkompetenz.“

„Mehr Investitionen in Weiterbildung“

Und noch etwas stimmt ihn zuversichtlich: „Die Unternehmen investieren wieder mehr in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, wollen das Geld dafür aber möglichst wirkungsvoll einsetzen.“ Diesen Trend will Berger für seine Firma nutzen.

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich habe schon immer einen starken Drang gespürt, Neues zu wagen. Deshalb habe ich mich für Aufgaben im Vertrieb entschieden und später dann ein Unternehmen gegründet.

Was gefällt Ihnen besonders?

Die Freiheit, immer neue Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen. Mitarbeiter zu motivieren. Und die Resonanz von zufriedenen Kunden. 

Worauf kommt es an?

Ein klares Ziel und eine gute Strategie zu haben. Die richtigen Mitarbeiter zu finden und rechtzeitig die Weichen zu stellen, damit das Unternehmen wachsen kann.

 

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