Nachwuchs

Ab in die Zukunft mit pfiffigen Ideen


Siegerehrung beim Innovationswettbewerb Meine Zukunft Award 2010

Lich. „Klar, da machen wir mit!“ Irina Deschewich, Lukas Loh, Christoph Beyer und Lukas Prüfert – alle Auszubildende beim Technologiekonzern Schunk in Heuchelheim – wollten sofort dabei sein, als sie Ausbilder Jens Crombach auf den Innovationswettbewerb Meine Zukunft aufmerksam machte.

Dem olympischen Gedanken folgend „Dabei sein ist alles“ meldeten sie sich spontan an. Dass sie nun zur Siegerehrung in Lich kommen durften, begeistert sie umso mehr.

Sicherheit und Kosten im Blick

Insgesamt bewarben sich 27 Teams hessischer M+E-Betriebe um die begehrte Trophäe, die der Arbeitgeberverband Hessenmetall zum zweiten Mal auslobte.

Ihre Aufgabe: Die Entwicklung von innovativen Vorschlägen, die ein Unternehmen, ähnlich dem betrieblichen Vorschlagswesen, voranbringen. Die Innovationsidee musste dann der Jury präsentiert werden, in Form einer PowerPoint- oder Word-Datei, als Zeichnung, Film oder auch als Sketch. Idee und Präsentation des Schunk-Teams waren so gut, dass es den ersten Platz erzielte in der Kategorie Produktionsablauf. In der Fertigung der Schunk Sintermetalltechnik müssen bis zu 40 Kilogramm schwere Drehfutter-Backen von Hand gewechselt werden.

Um den Vorgang für die Mitarbeiter zu erleichtern, entwickelten die Azubis eine Maschine, die die Backen aufnimmt. „Der neue Ablauf verkürzt den Prozess und schafft mehr Arbeitssicherheit“, so Lukas Loh.

Sieger in der Kategorie Administration wurde das Team von Continental Automotive in Bebra, einem führenden Automobil-Zulieferer, der in Bebra über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Marcel Bohn, Mirko Kreit, Benny Witzel und Dominic Zingrebe entwickelten einen Plan, der Menschenleben retten könnte.

An den Eingängen zu den Kraftstoff-Prüfräumen möchten sie eine spezielle Kamera anbringen. Sie erfasst alle Personen, die die Räume betreten anonym und zeigt sie auf einem Monitor an. Da ein Brand in diesen Räumen mit Kohlendioxid gelöscht wird, könnten noch im Raum befindliche Menschen sich nicht mehr aus eigener Kraft retten.

Sie verlieren das Bewusstsein und ersticken. „Durch die Kamera könnte man sie schnell finden und noch rechtzeitig herausholen“, erläutert Benny Witzel.

Die Mannschaft der Viessmann Werke, einer der führenden Heiztechnik-Hersteller in Allendorf/Eder mit 4.000 Mitarbeitern und 200 Auszubil­denden am Standort, wurde Spitzenreiter in der Kategorie Logistik und Organisation.

Start frei für Meine Zukunft 2011

Henrik Happel, Jörn Landmann, Kevin Kowalewski und Wilhelm Rain entwickelten eine „VitoCard“. Diese Chip-Karte erlaubt nur eingewiesenem Personal den Zugang zu sicherheitsrelevanten Maschinen. Kowalewski: „So erhöhen wir die Arbeitssicherheit und verhindern teure Maschinenausfallzeiten.“

In der Kategorie Produkte und Dienstleistungen siegte das Team von Sirona Dental Systems, einem weltweit führenden Ausrüster für Zahnarztpraxen, der 1.250 Mitarbeiter im südhessischen Bensheim beschäftigt. Andreas Helfert, Immanuel Blöcher, Sascha Adamczyk und Stefan Arnold konzipierten „Opti Light“, eine automatische Anpassung der Beleuchtung an die Tageslichtintensität. Das spart Energie und Kosten.

Doch egal ob Sieger oder nicht: „Es war einfach schon toll, hier auch andere Azubis mit ihren Ideen kennenzulernen und das eigene Projekt völlig Fremden vorzustellen“, so Jörn Landmann. „Wann hat man als Azubi sonst schon mal Gelegenheit, in einem großen Kino aufzutreten.“

Übrigens: Auch in diesem Jahr werden wieder pfiffige Ideen gesucht. Der Innovationswettbewerb 2011 wurde gerade gestartet. Anmeldeschluss ist der 1. September 2010. Abgabetermin für die Innovationsideen der 1. November.

Mehr im Internet unter www.hessenmetall.de

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Schlagwörter: Ausbildung

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