Innovationspreis

9 x Zukunft

Ausgezeichneter Nachwuchs zeigt die Vielfalt der Textil- und Mode-Industrie

ModeDesign

Platz Eins - Russische Inspiration

Zugleich der jüngste und der auffälligste Preisträger: Das ist Sebastian Dahlmans – der mit 23 Jahren schon auf ein eigenes Label setzt. Er gewinnt mit seiner Diplomkollektion für die Berliner Niederlassung der Modeschule Esmod. Inspiriert vom Untergang der Zarenfamilie Romanow, setzt er auf noble Materialien und oft ungewöhnliche Details, die opulent-dramatischen Entwürfe ernten stürmischen Beifall. Dahlmans siegreiche Mode im Film: www.st-sebastien-couture.de/media.html

Platz Zwei - Erdige Farbtöne

Braune, erdige Töne dominieren. Kein Wunder: Die erfolgreiche Kollektion von Chantal Margiotta und Klara Plaskova (beide 31) dreht sich um das Thema Kork. Die Meisterschülerinnen der Berliner Kunsthochschule Weißensee wollen dem natürlichen Material „ein neues Image geben und Assoziationen brechen“. Neben ihrem jungen Label haben Margiotta und Plaskova eine Agentur für Modedienstleistungen gegründet.

Platz Drei - Verspielte Ideen

Studiert haben sie an der Hochschule Reutlingen, ihr Label gründeten sie vor zwei Jahren in Berlin – und mit der dritten Kollektion haben sie es zum zweiten Mal ins Finale des Innovationspreises t+m geschafft: Simon Burkhardt (30) und Tim Möllmann (29). Ihre aufwendigen Nähtechniken ergeben oft blütenähnliche Falten, den verspielt eleganten Charakter der Kollektion unterstreichen zahlreiche lose Bänder.

Technische Textilien

Platz Eins - Schnell und unsinkbar

Kann man für ein Segelboot einen Textilpreis gewinnen? Ja – wenn es zum Gutteil aus Kohlenstofffaser-Gelege ist! Raphael Geiger (27) und Florian Fritz (29) haben für ihre Diplomarbeiten am ITV Denkendorf ein leichtes, extrem schnelles und nebenbei unsinkbares Ein-Mann-Boot mit Unterwasser-Tragflächen entwickelt. „Ermöglicht wurde der Bau des Bootes durch Spenden aus der Industrie“, so das ITV.

Platz Zwei -Einfach zu bedienen

Nützliche Textilien für besondere Zielgruppen: Zu dieser Produktkategorie zählt der Therapie-Handschuh von Ingenieurin Katharina Gnewuch (27). Er kann Muskeln von Schlaganfall-Patienten stimulieren. Die Mitarbeiterin der Gruppe „Smart Textiles“ am TITV Greiz arbeitete dafür gestickte textile Elektroden ein, die sich bequem an die Fingeroberflächen anlegen. „Das komplizierte Positionieren von Klebe-Elektroden durch medizinisches Fachpersonal entfällt“, lobt die Jury.

Platz Drei - Leuchtend und biegsam

Flugzeug- oder Auto-Hersteller könnte dieses Material ebenso interessieren wie Innenarchitekten: Die 24-jährige Stephanie Hornig, Studentin an der Universität der Künste Berlin, hat ein leuchtendes Textil geschaffen. Auf der mehrschichtigen, biegsamen Struktur sitzen Leuchtdioden, gut 250 Stück pro Quadratmeter. Strick- und Prägetechniken machen die Außenhaut weicher. Basis für das Projekt war ein dehnbares Substrat des ebenfalls in Berlin angesiedelten Fraunhofer-Institutes für Zuverlässigkeit und Mikrointegration.

TextilDesign

Platz Eins - Übersetzte Musik

Was sich zunächst arg theorielastig anhört, ist am Ende einfach schön anzusehen: Man nehme die Partitur eines Musikstücks, mache daraus Diagramme etwa für Rhythmus und Lautstärke, male auf dieser Basis Aquarelle und wandle diese Bilder in Digitaldrucke um. Was die 29-jährige Almut Warttinger am Ende in der Hand hat, ist sozusagen in Stoff übersetzte  Musik,  die dann zum Beispiel als Wandbespannung Eindruck  machen kann. Warttinger hat an der Berliner  Kunsthochschule Weißensee studiert – wie die Vorjahressiegerin dieser Kategorie.

Platz Zwei - Gestricktes Papier?

Es fühlt sich an wie Papier. Es sieht auch aus wie Papier. Aber es ist Tyvek, ein aus Polyethylenfasern gepresstes Spinnvlies. Diesem Material hat Anne Trautwein einige neue Formen gegeben. Die 29-jährige Absolventin der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design in Halle verstrickt Streifen aus Tyvek oder macht daraus Spitze – stets waschbar, reißfest und atmungsaktiv. Mal ergibt sich so ein federleichtes Strickkleid, mal aparte Tischwäsche. Und später vielleicht Mode für Allergiker.

Platz Drei - Weiße Strukturen

Den festlichen Abend mit gut 500 Gästen aus der Branche zu versäumen – dafür muss man schon einen guten Grund haben! Bei Teresa Gaschler (29) ist das der Fall: Die Absolventin der Hochschule für bildende Künste Hamburg reist derzeit durch Kolumbien, um dort traditionelle Flecht-Techniken zu studieren. Für den Innovationspreis hat die gelernte Hutmacherin auf das  Kunstrosshaar  Crinol  gesetzt.  Daraus macht sie „transparentes Weiß“: raumgreifende Strukturen, etwa für den Interieurbereich.


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Schlagwörter: Schule

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