Von Röhren und Transistoren bis zur Digitalisierung

50 Jahre im gleichen Betrieb: Helmut Keil von HBM erzählt

Seinen ersten PC bekam Helmut Keil bei HBM in Darmstadt 1992: „Ein richtig teures Ding.“ In 50 Jahren bei dem Messtechnik-Hersteller hat er einen enormen technischen Wandel erlebt. Doch am meisten schätzt er an seinem Job etwas anderes.

Immer noch mit Freude aktiv: Der Elektromechaniker Helmut Keil an seinem Arbeitsplatz. Foto: Scheffler

Immer noch mit Freude aktiv: Der Elektromechaniker Helmut Keil an seinem Arbeitsplatz. Foto: Scheffler

Ehrung: HBM-Geschäftsführer Andreas Hüllhorst (links) überreicht die HBM-Jubiläumsmünze. Foto: Werk

Ehrung: HBM-Geschäftsführer Andreas Hüllhorst (links) überreicht die HBM-Jubiläumsmünze. Foto: Werk

Darmstadt. Was sich andere nur schwer vorstellen können, ist für den Elektromechaniker Helmut Keil die normalste Sache der Welt: 50 Jahre im Beruf und das beim gleichen Arbeitgeber. „Bei der Hottinger Baldwin Messtechnik in Darmstadt hat es mir immer gefallen, und die Zeit ging sehr schnell rum“, erzählt der 65-Jährige.

Mit 14 Jahren startete Keil 1966 als Auszubildender, damals noch bei Carl Schenck, dem ehemaligen Mutterkonzern von Hottinger Baldwin Messtechnik (HBM). Während der Ausbildung lernte er alle Abteilungen kennen und blieb nach seinem Abschluss bei dem Messtechnik-Spezialisten.

Damals hatte der Betrieb rund 300 Beschäftigte. Inzwischen zählt HBM 1.800 Mitarbeiter weltweit, davon 750 in Darmstadt, und gilt als führend auf dem Gebiet der Wäge-, Prüf- und Messtechnik. „Weltweit setzen wir Standards für Genauigkeit“, sagt der Elektromechaniker stolz. Wichtig sind dabei die Kalibriertürme, sogenannte „Performance-Tester“, für die Keil unter anderem verantwortlich ist: „Sie werden von unseren Servicetechnikern genutzt, um draußen beim Kunden alle HBM-Geräte zu kalibrieren.“

Mindestens einmal pro Jahr werden die Geräte in seiner Abteilung überprüft. Keil: „Dann wird genau kontrolliert, ob noch alle Bestandteile funktionieren oder defekte Teile gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen.“ Zudem sorgt er dafür, dass immer genügend Austauschteile auf Lager sind, falls doch einmal außerhalb des Wartungsintervalls etwas kaputtgeht.

In den vergangenen 50 Jahren erlebte Keil an seinem Arbeitsplatz einen enormen technischen Wandel, vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung. Anfangs arbeitete er mit Röhren und Transistoren, später fertigte er für Sondergeräte sogar Leiterplatten selbst an.

Den ersten PC bekam er 1995, „ein richtig teures Ding“. Und heute verbringt er den größten Teil seiner Arbeitszeit am Rechner. „Da steckt doch alles drin, von der Lagerverwaltung und der Bestellabwicklung bis zu Bauteilzeichnungen oder den Plänen zur Termineinhaltung“, weiß Keil.

„Die Freiheit, vieles selbst zu entscheiden und nicht nach allem fragen zu müssen“, schätzt Keil ganz besonders bei seinem Arbeitgeber. Und all das wird ihm fehlen, wenn er im Sommer in den Ruhestand wechselt. Auch wenn er sich freut, mehr Zeit zu haben für die Familie, für Ehefrau, Kinder und Enkelkinder – und nicht zuletzt auch für sein großes Hobby Modelleisenbahn.


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