Eos baut Anlagen für Fabriken der neuesten Art

3-D-Drucker: Die neue Freiheit


Krailling. Sie stehen für Schichtarbeit – im wörtlichen Sinn! Maschinen von Eos, in denen ein Laser aus Daten scheibchenweise Bauteile entstehen lässt. Denn flitzt das grelle Licht hin und her, produziert es jede erdenkliche Form.

Das „Laser-Sintern“ stellt die klassische Fertigung auf den Kopf. „Das Vorgehen ist grundsätzlich anders: Material wird aufgebaut, statt abgetragen“, sagt Eos-Manager Augustin Niavas. Die Blitze als eine Variante des 3-D-Drucks haben Strahlkraft in viele Branchen – vom Werkzeugbau bis zur Medizintechnik.

Von Eos aus Krailling bei München sind bereits 1.200 Geräte im Einsatz. Sie kosten bis zu 1 Million Euro und sehen aus wie riesige Mikrowellengeräte.
350 Mitarbeiter in Deutschland sowie 90 im Ausland entwickeln sie weiter, denn die Oberbayern sind einer der führenden Hersteller von „3-D-Druckern“ – auch für die Software zur Daten-Umwandlung und das Pulver als Rohmaterial.

Die Technik wird viele betreffen, die es nicht ahnen

„In wenigen Jahren wird der 3-D-Druck viele in ihrem Job oder Hobby betreffen, die das heute noch nicht ahnen“, sagt Frank Schlie-Roosen voraus, Referatsleiter im Bundesforschungsministerium. Bis 2016 stehen für Firmen 30 Millionen Euro Fördergeld bereit.

Die Vorteile sprechen für sich: „Das Laser-Sintern bringt 30 bis 70 Prozent leichtere und stabilere Bauteile hervor als das Drehen oder Fräsen“, erklärt Eos-Kundenbetreuer Nikolai Zaepernick. Der Laser fährt die Bauteil-Konturen ab und verschmilzt allerfeinste Schichten aus Kunststoff- oder Metallpulver zu festen Strukturen.

140.000 Schichten für ein 30-Zentimeter-Bauteil

Aus 140.000 Schichten entsteht je nach Komplexität ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt. „Das bedeutet hohe Präzision, enorme Freiheit im Design und den Einbau von Funktionen“, erläutert Niavas. „Scharniere etwa lassen sich gleich integrieren, die Montage entfällt.“ Produktentwicklung geht viel schneller, weil Formwerkzeuge unnötig werden. Auch Lagerkosten sinken, denn Ersatzteile entstehen auf Abruf.

Dabei ist der 3-D-Druck nicht einmal neu: Seit etwa 20 Jahren wird er als „Rapid Prototyping“ in der Auto-Entwicklung genutzt. Jetzt wird er fortgeführt zum „Rapid Manufacturing“: Der Triebwerkshersteller MTU beginnt gerade, erste Serienteile auszudrucken. Mit einfacheren Maschinen fertigen Freizeitdesigner Schmuck oder Lampen. „Je komplexer die Form und je kleiner die Stückzahl, desto lohnender ist Laser-Sintern“, bilanziert Zaepernick. Statt am Tag 20 Zahnkronen oder -brücken in Handarbeit herzustellen, können viel schneller 450 ausgedruckt werden – wegen vorherigem Ausmessen gleich passend für jeden Patienten.

Noch ist der Bauraum begrenzt. Und das Schichtbauverfahren kann Tage dauern. „Aber der komplette Motorblock aus dem 3-D-Drucker ist keine Utopie mehr“, sagt Zaepernick.

Niavas hält bis 2022 zum Beispiel im Werkzeugbau rund ein Fünftel mehr Produktivität für möglich. Das habe eine globale Dimension: „Europa und die USA können Produktionskompetenz aus Asien zurückholen.“

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