Arbeitsplätze

2009 kommt’s auf jede Kleinigkeit an


Die hessischen M+E-Betriebe sind bemüht, die Stammbelegschaften zu halten

Frankfurt. 2008 war insgesamt noch ein gutes Jahr. Doch 2009 wird sehr schwierig. So lautet das jetzt vorgestellte Fazit der Umfrage, die der Arbeitgeberverband Hessenmetall im Herbst 2008 bei seinen Mitgliedsunternehmen durchführte.

Kosten senken, keine Zeitarbeit mehr

Und die Vorkehrungen der Betriebe für dieses Jahr gehen alle Arbeitnehmer an. Um sich für den Abschwung zu rüsten, setzen die Unternehmen auf verschiedene Maßnahmen zur Kostensenkung, darunter die Verlängerung der Betriebsferien, eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit, Abbau der Plus-Stunden auf den Arbeitszeitkonten und der Verzicht auf Zeitarbeitnehmer. So hoffen viele, selbst wenn es ganz dick kommt, die Stammbelegschaft halten zu können.

Die hessische Metall- und Elektro-Industrie (M+E) ist besser gerüstet, als vor der letzten Rezession. Auch das kam bei der Umfrage, an der sich 249 Unternehmen, die insgesamt knapp 90.000 Mitarbeiter beschäftigen, beteiligten. Mit 53 Milliarden Euro Jahresumsatz ist die M+E-Industrie größte Branche und Wettbewerbslokomotive in Hessen.

 

Zwar konnten Umsätze und die Beschäftigtenzahlen in der gesamten M+E-Industrie 2008 insgesamt zulegen, doch in den drei großen Sparten Automobil- und Maschinenbau sowie in der Elektrotechnik brachen die Aufträge schon im Oktober 2008 zum Teil deutlich ein.

Stimmung deutlich schlechter

Für das erste Halbjahr 2009 befürchten 56 Prozent der befragten Betriebe eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. „Die Stimmung in den Firmen hat sich rapide in ihr Gegenteil verkehrt“, so Helmut Rau, Geschäftsführer Tarifpolitik bei Hessenmetall. Dennoch seien viele Unternehmen zuversichtlich, den Abbau der Stammbelegschaften vermeiden zu können.

Allerdings wird insgesamt mit einem Beschäftigungsrückgang um 3,9 Prozent gerechnet. Besonders betroffen sei, so Rau, mit 48 Prozent der Produktionsbereich. Jede Kleinigkeit, von der Qualität im Mikrometerbereich bis hin zur Termintreue auf die Minute, ist für Aufträge entscheidend.

Texte: Maja Becker-Mohr

Mehr im Internet: www.hessenmetall.de

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